



Am Puschkinpark lässt es sich gut wohnen / Familienhaus sorgt für Leben:
Cottbus (mk). Während zu Beginn des 19. Jahrhunderts nur drei Häuser an der Puschkinpromenade standen, ist die Straße an der Nordseite der Altstadt heute gespickt von Baudenkmälern. Unter Denkmalschutz steht auch die glanzvolle Villa mit der Hausnummer acht. Nach einem Klingeln am Tor öffnet Klaus Dierl, freundlich-grüßend die Pforte. Der Münchener zog der Liebe wegen vor zwei Jahren vom Freistaat nach Cottbus. Die Jugendstil-Villa die einst die russische Kommandantur beherbergte, ist ein einmaliges Anwesen, schwärmt der Zugezogene. Im Internet hatte er sie entdeckt. Dem Vorbewohner und Notar Klein, der dieser Villa zu neuem Glanz verhalf, ist er dankbar für diese Arbeit. „In meinen Augen ist das Haus hervorragend renoviert“, sagt Klaus Dierl. Auch in München wohnte er in einer ähnlichen Villa. Den Stil des Hauses und die Lage lobt er. Einzig der Lautstärkepegel der Jugend, die sich im angrenzenden Puschkinpark wohlfühlt, trübt sein Wohlbefinden in der schmucken Straße. Auch das Einbahnstraßenschild wird gern missachtet, kritisiert er.
Ein Schlagbohrhammer ist zwei Häuser weiter zu hören. Das Gebäude Nr. 10 wurde 1887 als Mietshaus errichtet. Mit den Nutzungen als Offiziersschule und Militärkrankenhaus sind alle Gliederungs- und Schmuckelemente der ehemals prächtigen Fassade verloren gegangen.
Die Eigentümergemeinschaft der zehn Wohnungen hat den Architekten Dr. Udo Günther mit der Bauüberwachung beauftragt. Auch hier wird also schon bald dafür gesorgt sein, dass die Promenade ihrem Ruf als eine der attraktivsten Wohngegenden gerecht wird.
Für noch mehr Attraktivität sorgt zudem das neue Familienhaus am Puschkinpark. Kein Zaun umgibt das Gelände. Mit Absicht, erklärt Jörn Meyer von der Jugendhilfe Cottbus. Einladend und für alle Kinder offen, präsentiert sich das Haus, welches im vergangenen Jahr eröffnet wurde. In diesem Jahr kam ein durch Spenden finanzierter Wasserspielplatz hinzu. Ein Baumhaus soll folgen. „Das Haus wird zunehmend gut angenommen“, bilanziert Jörn Meyer. Unter dem Dach des Hauses hat die offene Kinder- und Jugendarbeit (KiJu), die Erziehungs- und Familienberatung, die Kindertagesstätte „Reggiohaus“ das Café „Käthe“ sowie eine Einzelfallhilfe für Familien einen guten Platz gefunden, sodass der Name Familienhaus hier auch gelebt werden kann.
Ebenfalls ein bauliches Schmuckstück grenzt an die Puschkinpromenade. Seit über 20 Jahren ist die Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 13 eine gute Adresse für Bildungshungrige und Wissensdurstige. Hier befindet sich das Haus der Urania mit ebenfalls vielen Angeboten für die ganze Familie. Träger des Hauses ist der Urania-Verein, der in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag gefeiert hat. Neben Vorträgen, die traditionell zum Programm der Urania gehören, standen und stehen vor allem Sprachkurse und die Nutzung moderner Medien im Mittelpunkt. Nicht nur Cottbuser zählen zu den Besuchern der Einrichtung. Viele Teilnehmer kommen aus dem Umland, aus Spree-Neiße aber auch von weiter her. Man schätzt die angenehme Lern-Atmosphäre im Haus, den individuellen Zuschnitt der Angebote, die flexiblen Öffnungs-und Kurszeiten, die Serviceleistungen, vor allem auch für die ältere Generation. Sie ist schon frühzeitig in den Focus des Vereins gerückt. Begonnen hat es mit den Omas und Opas, die ihre Enkel aus dem Urania Kinderland abgeholt haben. Sie wollten wissen, was den Nachwuchs an dieser PC-Technik so fasziniert. Daraus sind gemeinsame Opa-Enkel-Veranstaltungen entstanden und später das Medienzentrum 50 Plus. Denn es blieb nicht bei Computer- und Internetkursen. Die „abgelegten“ Handys der Kids fanden bald in Oma und Opa einen neuen Nutzer. Zu jener Zeit gab es Wartelisten für Handy-Seminare. Heute verhält es sich ganz ähnlich mit den Smartphones. Schließlich will man mithalten können und in Kontakt bleiben mit entfernt lebenden Kindern und Enkeln. Auch Gymnastikkurse, Lach-Yoga, Interessengruppen und Klubs sowie Vorträge zu Themen aus Politik und Gesellschaft, Kultur und Geschichte, über ferne Länder und andere Kontinente gehören zum Programm.









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