
Es ist nicht sicher, ob Menschen bei facebook Freunde finden, wenn auch deren so bezeichnete Listen bei den meisten umtriebigen jungen Leuten nach Hunderten zählen.
Freunde finden, das haben die Netzwerker erkannt, gehört zu den vielfach unerfüllten Sehnsüchten der Menschheit. Und das nicht erst, seit es Smartphones gibt. Der Valentinstag, in manchen Gegenden auch Freundschaftstag genannt, hat seine Wurzeln darin.
Wahre Freundschaft gibt es nur unter Männern, heißt es in unserem Sprachraum, der echte Werte gern verblödelt. Statt den Mut aufzubringen und eine Freundschaft zu wagen, geht der Deutsche lieber in ein Würmercamp und lässt sich von Millionen facebook-Freunden bewundern. Die Kommunikation auf niedrigsten Level kommt so auf Hochtouren. Niemand bleibt einsam.
Ob Valentin, den wir hier in unserer Gegend erst seit dem 89er Freudentaumel kennen, beim Freundefinden wirklich helfen kann, muss jeder für sich probieren. Junge Leute haben das in England schon seit dem 14. Jahrhundert mit diesem Datum versucht, und zwar weil der Volksglaube meinte, dass sich am 14. Februar die Vögel paaren. In der Oberlausitz denken die Kinder, dass sie das am 25. Februar tun, und sie stellen deshalb Teller in die Fenster und hoffen auf Geschenke. Die sollen ja die Freundschaft erhalten, die es anderswo nicht nur zwischen Männern gibt. In Japan zum Beispiel gehören zum Valentinsbrauch Geschenke von Frauen an (nicht nur die eigenen) Männer.
Wie auch immer: Freunde finden ist mehr als ein facebook-Link. Und Freunde pflegen kostet Zeit. Die sollten wir haben. Wenigstens morgen.
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