
Im Wald wartet dieses Jahr eine besonders reiche Ernte / Früchte erst abwaschen, dann genießen
Region (trz). Normalerweise gilt die Lausitzer Kiefernheide als Ort der Ruhe. Nur selten sind Menschen anzutreffen und wenn, dann meist auf der Durchreise. Anders in diesen Juli-Tagen. Bereits im Morgengrauen herrscht vielerorts Gewimmel. Ganze Familien zieht es in die „Heede“, wie es im Lausitzer Dialekt so schön heißt. Was sie dort machen? Pilze suchen vielleicht? Das auch. Aber in erster Linie geht es um die kleinen, süßlich schmeckenden Früchte, die an niedrigen Sträuchern wachsen. Die Rede ist natürlich von Blaubeeren. Klare Sache, von Ende Juni bis Mitte Juli ist in der Lausitz Heidelbeerzeit.
Und in diesem Jahr winken schnelle und reichliche Sammelerfolge. Zügig sind Tassen, Krüge und Körbchen gefüllt. Kein Wunder, wachsen die Blaubeeren offenbar besonders gut. Warum das so ist? In erster Linie zeichnet sich dafür das Wetter verantwortlich. Die reichlichen Niederschläge im April, der sonnenreiche Mai und vor allem der feuchtwarme Juni waren geradezu ideal für die Blaubeeren. Sie präsentieren sich an manchen Stellen mit Durchmessern von über einem Zentimeter. Da sie reichlich vorkommen, ist die Ernte nicht allzu mühsam. Zudem gibt es diverse Hilfsmittel. Etwa einen speziellen Beerenharken. Mit diesem werden die Früchte förmlich abgeharkt. Kleiner Wermutstropfen: Der Strauch kann dabei beschädigt werden, und relativ viele Blätter finden sich in den Sammelgefäßen wieder.
Doch Vorsicht: Direkt im Wald gegessen werden sollten die Beeren nicht. Sie müssen vor dem Genuss gereinigt, sprich abgewaschen, werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass diverse winzig kleine Schädlinge in den menschlichen Körper gelangen und dort große Schäden anrichten. Das gilt insbesondere für den Fuchsbandwurm. Selbst Jahrzehnte später können noch Beschwerden auftreten.
Wo die Beeren nun genau zu finden sind? Nun, hierzulande gibt es sogar einen extra Waldtyp, nämlich das Vaccinio-Pinetum, wie Wissenschaftler sagen. Auf Deutsch: Der Blaubeer-Kiefernwald. Der wächst in der Lausitz überall dort, wo die Böden zwar arm, aber nicht zu arm sind. Und wo es immer eine gewisse Bodenfeuchte gibt. Die Mittellausitz ist für solche Wälder prädestiniert. Der Naturfreund findet diese südöstlich von Spremberg in der Slamener Heide, südöstlich von Weißwasser, um Hoyerswerda und Senftenberg sowie in der Brandenburger Oberlausitz, also zwischen Ruhland und Ort-rand. Ein Geheimtipp ist übrigens der Muskauer Faltenbogen. Aufgrund der dortigen besseren Bodenverhältnisse und des Wasserangebotes wachsen besonders ertragreiche Sträucher.
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