Bohrkapseln helfen nicht im Tagebau

Was ist den chilenischen Bergbauspezialisten da Großartiges gelungen! Die ganze Welt schaute zurecht live zu, wie die 33 eingeschlossenen Kupferschürfer nach 69 Tagen quasi durchs Schlüsselloch ans Tageslicht geholt wurden. Da standen nicht nur chilenischen Kumpel die Freudentränen in den Augen.
In der ganzen Rettungseuphorie ist sicher dem Einen oder Anderen ein Unglück vor unserer Haustür entgangen. In der neuen, herrlichen Seenlandschaft gen Süden ist eine Schafherde bei einem Erdrutsch in die Tiefe gerissen worden. Schafe „nur“. Drei Lkw-Fahrer konnten gerade noch aus ihren Fahrzeugen springen und dem Treibsand entkommen. Diesmal. Der Vorfall, den Experten im Rekultivierungsgelände als eigentlich normal betrachten, zeigt aber, wie unberechenbar Sand und Wasser miteinander küngeln. Für Verschüttete solcher Rutschungen gibt es kaum Rettungsmöglichkeiten. Auch die segensreiche chilenische Kapsel „Fénix“ hätte die Verschütteten nicht aus der „Asche“ bergen können, geschweige denn die Schafe. Denn rettende Hohlräume gibt es nicht in den Kippen. Dafür viel lose geschütteter Sand und Wasseradern. Zurecht sind die „unfertigen“ Kippenflächen gesperrt. Doch was ist mit den Lkw-Fahrern, den Schafen? Rekultivierungsgebiete sind auch Arbeitsstätten für Menschen, genau wie die Grube bei San José.
Aber es gibt Lausitzer, die sich die Baupläne der „Fénix“ zu den Rettungsunterlagen legen sollten. Die Kumpel, die sicher bald bei Spremberg in die Tiefe fahren. Auch hier gilt es, Kupfererz abzubauen, wie in Chile. Allerdings doppelt so tief – runde 1500 Meter! Hoffentlich bohren dann die Retter schnell genug. ha