Da sind sie wieder, diese Tage, in denen Dresden und Cottbus sich nahe sind, nahe in Schmerz, Trauer und Erschütterung.
Vor 66 Jahren fiel Sachsens Glanz im Feuersturm, drei Tage später, am 15. Februar 1945, hatten die Bomber Cottbus zum Ziel. Zweitausend Menschen, vielleicht auch mehr, die meisten bis heute namenlos gebliebene Flüchtlinge auf dem Durchzug, kamen ums Leben. Und das war erst der Anfang vom Ende, das bis April 1945 im Donnerhall der Geschütze und in blutigen Straßenschlachten Forst, Spremberg, Guben und erneut auch Cottbus in Trümmer legte. Tausende Menschen, Deutsche, Russen, Kirgisen, Polen und Soldaten anderer Nationen, starben in sinnlosen Kämpfen und tränkten den Sand der Lausitz mit Blut. Zuletzt vor allem auf dem Weg nach Halbe, wohin die Panik Mann und Maus in allerletzter Kopflosigkeit hetzte.
Welch eine Tragödie! Wir stehen still, empfinden Mitgefühl und trauern.
Der 15. Februar, kommender Dienstag, ist ein Tag, der dem Gedenken gehört. Seit Jahren hat sich das Glockenläuten und das Totengedenken eingebürgert. Die sie überlebten, diese Schreckenstage, sind alt geworden. Für sie gehen die jüngeren hin zu den Kreuzen, Gedenksteinen und unvergessenen Trümmerplätzen und legen die Blumen nieder. Politische Geschäfte zu machen mit solchen Tagen gehört sich nicht.
Trampelnde Märsche passen nicht in die Szene, weder solche von den Neubraunen noch die von den schrillen Antifas. Wer immer seine Stimme gegen Krieg oder Terror erheben will, mag das tun. Die Opfer der verheerenden letzten Wochen des räuberischen deutschen Krieges aber eignen sich nicht zur Umschuldung. Jürgen Heinrich





