Niederlausitzer Gesellschaft tagte

Spannende Vorträge und Vorstandswahl in Forst.

Die Wahl der neues Vorstandes fiel auf Jens Lipsdorf.
Auf der Frühjahrstagung der Niederlausitzer Gesellschaft gabe es neben spannenden Vorträgen auch die Wahl des neuen Vorstandes. Jens Lipsdorf wurde als Vorsitzender bestätigt.
Foto: Verein

Region (MB). Am 30. Mai ist der Weltuntergang. So der stimmungsvolle Titel der „Lustigen Jungs“ von 1954. Später u.a. auch von Willy Millowitsch und den Toten Hosen interpretiert. Für die „Niederlausitzer Gesellschaft für Geschichte und Landeskunde e.V.“ war der 30. Mai 2026 alles andere als ein Untergang. Die Frühjahrstagung im Forster Museum für Textil- und Industriegeschichte war dank der hervorragenden Unterstützung der Mitarbeiter des Museums rund um Michaela Böhme, dem Leiter Eigenbetrieb Kultur, Tourismus, Marketing Rosenstadt Forst, Stefan Palm, dem Forster Museumsverein, dem Geschichtsstammtisch sowie den Referenten und ihrer hochqualitativen Vorträge ein sehr lebendiger Erfolg. Gäste konnten auch von der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften (1779) und der Brandenburgischen Genealogischen Gesellschaft „Roter Adler“ (2006) begrüßt werden.

Sehr offen berichtete Bürgermeisterin Frau Simone Taubenek in ihrem Grußwort von den Schwierigkeiten und Erfolgen bei dem Umbau des Forster Textilmuseums zum neuen Museum für Textil- und Industriegeschichte. Dabei ließ sie nicht unerwähnt, dass die durch das Land Brandenburg geförderten Investitionen zwar erfreulich waren, dass es nun aber um die dauerhafte Betreibung und Unterhaltsfinanzierung des Museums gehe, welche allein die Kommune schultern muss.

Der Vorsitzende Jens Lipsdorf mahnte generell an, von den grundsätzlichen Fehlern rund um die Slawenburg Raddusch zu lernen. Denn die „Nicht-Ausfinanzierung“ der Kommunen erschwert die Betreibung von Museen und Kulturhäusern bei ständig steigenden Kosten. Sie gefährdet deren Existenz an vielen Orten. Die folgenden Fachvorträge über die Ersterwähnung von Forst/Lausitz (Martin Knopp) oder die Frage, ab wann Wenden in der Niederlausitz gezählt wurden (Dr. Alfred Roggan) zeigten auch unterhaltsam neue Ergebnisse zu alten Fragestellungen. Das durch den Autor Klaus-Dieter Gansleweit vorgestellte neue Buch zu den Flurnamen im Gebiet des Klosters Neuzelle ist mehr als Hobby: Gansleweit präsentierte wichtiges Hintergrundwissen für jeden Bodendenkmalpfleger. Mit Rudolf Bönisch erfolgte ein Ausflug in die Kunstgeschichte. Er präsentierte neue Erkenntnisse der Kupferstichforschung für Sakralgemälde in der Niederlausitz.

Am Nachmittag erfolgte nach der Aufnahme von zwei neuen Mitgliedern die Neuwahl des Vorstandes und der Redaktionskommission. Dabei wurde der alte Vorstand unter Vorsitz von Jens Lipsdorf für drei weitere Jahre bestätigt. Ihm zur Seite Robert Büschel als Stellvertreter, Henry Matusch als Schatzmeister, Matthias Hoffeins und Dr. Alfred Roggan als Beisitzer. Noch im Herbst wird Band 48 der „Niederlausitzer Studien“, hrsg. durch die Gesellschaft, erscheinen. Die Herbsttagung ist für den 21. November geplant.

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