Die Nachrichten aus Japan haben die Welt erschüttert und tun es weiterhin. Deutsche Wahlergebnisse machten letztes Wochenende deutlich: Wir können nicht weitermachen wie bisher. Wir könnten es technisch wohl, aber es entspricht nicht dem Willen der Menschen, aus deren Besorgnissen akute Ängste geworden sind.
Von Brücken ist nun häufiger die Rede. Brücken von unendlicher Spannweite, die aus Atomstrom ins regenerative Energiezeitalter führen. Weite, fast nicht überschaubare Brücken sind das. Vielleicht auch nur verbale Alibi-Bauwerke, die am Ende gar nicht tragfähig wären?
Wir hier in der Lausitz kennen das Ringen um unschädliche Verstromung der Braunkohle. Die Versuchskraftwerke in Schwarze Pumpe und Jänschwalde haben schon viel Forschungspotential verschlungen. Doch die Akzeptanz des Weges wird von Monat zu Monat geringer, weil der Protest der Menschen nicht nur die Schädigung der Atmosphäre meint, sondern auch das leichtfertige Aufbrauchen der fossilen Ressourcen. Die die Kohle durch den Schornstein jagen, scheinen im Gefecht der Argumente im Rückzug begriffen. Warum?
Unterdessen tickt eine Uhr der Hoffnung. Wer sich auf die Forster Stadtwerke-Seite googelt, findet dort im frühlingshaften Lindgrün einen Zähler, der die CO2-Einsparung anzeigt, der durch den Austausch von Erdgas mit Bio-Methan für die Rosengarten-Wärme entsteht. Nur ein kleiner Teil der Forster Energie, aber ein erträglicher. Die Rosenstadt will mit „intelligenten Stromzählern“ und anderen Aktivitäten bis 2030 klimaneutral sein. Ist das an der Neiße die Brücke in Zeiten der Vernunft? Jürgen Heinrich