„Nabucco“ wieder im Spielplan

Petras-Inszenierung führt von Babylon nach Sibirien ins ewige Eis.

Das Musiktheater des Staatstheater Cottbus nimmt die Verdi-Oper „Nabucco“ wieder in das Programm des Großen Hauses auf.
Das Musiktheater des Staatstheater Cottbus nimmt die Verdi-Oper „Nabucco“ wieder in das Programm des Großen Hauses auf. Foto: Bernd Schönberger

Cottbus (MB). Am Sonntag, 18. Oktober, 16 Uhr, nimmt das Musiktheater des Staatstheater Cottbus die Verdi-Oper „Nabucco“ wieder in das Programm des Großen Hauses auf. Es folgen am Sonntag, 8. November, um 19 Uhr, und am Donnerstag, 26. November, um 19.30 Uhr, zwei weitere Vorstellungen. „Nabucco“ greift auf eines der einschneidendsten Kapitel der jüdischen Geschichte zurück: das babylonische Exil. Im Jahre 586 v. Chr. eroberte König Nebukadnezar mit seinen Truppen das Königreich Juda, ließ den Jerusalemer Tempel zerstören und deportierte die gesellschaftliche Oberschicht nach Babylon. Die Zerrissenheit der Exilierten bringt der Psalm 137 auf erschütternde Weise zum Ausdruck: „An den Strömen von Babel, da saßen wir und weinten, wenn wir an Zion dachten. […] Wie hätten wir singen können die Lieder des Herrn, fern, auf fremder Erde?“ Verdi hat dieser Frage eine Melodie gegeben. Der berühmte Gefangenchor „Va, pensiero“ ist heute das populärste Stück der Oper und nimmt in Italien den Rang einer inoffiziellen Nationalhymne ein.

Der Regisseur Armin Petras verlegt das Geschehen in die sibirische Stadt Norilsk und erhebt damit eine der weltweit kältesten und am stärksten verschmutzten Städte zum Schauplatz. Norilsk wurde als Gulag-Lager (Straf- und Arbeitslager) gegründet und ist heute Zentrum der Nickel- und Lithiumförderung. Zudem liegt die Stadt weit hinter dem nördlichen Polarkreis und ist von der Außenwelt abgeschnitten. In Norilsk leben heute überwiegend die Nachfahren der ehemaligen Inhaftierten und ihrer Wärter, die längst zu einer Gemeinschaft verschmolzen sind. Das korrespondiert mit dem babylonischen Exil, in dem sich die jüdischen Exilierten in die babylonische Gesellschaft einfügten sowie mit dem Ende der Oper, wenn Nabucco sich zum Gott der Hebräer bekehrt und die Grenzen zwischen den Völkern verschwimmen. Karten sind erhältlich im Besucherservice (im Großen Haus, Schillerplatz 1, +49 355 7824 242), an der Abendkasse sowie online über www.staatstheater-cottbus.de.

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