Briefe des „Verstorbenen“ illustriert.

Cottbus (h.) Pücklers berühmte „Briefe eines Verstorbenen“ sind seit 1831 weltweit in vielen Auflagen unterschiedlichster Ausstattung erschienen, 1987 sogar auch, sparsam illustriert, in der DDR bei Rütten & Loening, in zwei Bänden, alle ursprünglichen vier enthaltend, zu 39 Mark Ost.
Zwei Jubiläen haben die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz und namentlich ihren demnächst von hier scheidenden Direktor Dr. Stefan Körner zu einer verdienstvollen, höchst aufwändigen Neuausgabe veranlasst: Vor nun 200 Jahren, 1826, begab sich der nach 1815 infolge der Wiener Konferenz vom Sachsen zum Preußen mutierte, fast schon europabekannte und frisch geschiedene Parkomane von Muskau aus über Dresden und Weimar auf „Brautschau“ Richtung England. Von seiner Lucie, deren 250. Geburtstag die Stiftung dieses Jahr mit einer Ausstellung und weiteren Aktivitäten feiert – das zweite Jubiläum zum Buchanlass – hatte er sich formal getrennt. Beide waren bis ans Ende ihrer Tage wohlhabend, aber damals „nicht flüssig“.

Das sollte eine Geldheirat ändern, doch fand sich keine Braut – auch, weil Pücklers Gedanken (die des „Verstorbenen“) alle Zeit bei seiner „Schnucke“ hingen: „Bist Du auch noch so fern, so umschwebt doch mein Geist Dein Wachen wie Deine Träume, und über Meer und Berge hin empfindet mein Herz den liebenden Pulsschlag des Deinen“, endet im Original Band IV. Nicht so die Jubiläumsausgabe, denn die ordnet, was der „Verstorbene“ aus verkaufstaktischen Gründen verwirrte; er begann mit Band III und lieferte erst nach Nr. IV die Bände I und II. Dass die Briefe überhaupt zur ersten weltbekannten Reiseliteratur wurden, war vor allem das Verdienst der Fürstin Lucie, die sorgfältig verwahrte und ordnete, war er ihr schrieb.
Jetzt nun, 195 Jahre nach dem Welterfolg, legt Bearbeiter Dr. Rudolf Kreutner eine Prachtausgabe vor, die Kenner des Werkes und wohl vielen neuen Freunden große Freude bereiten kann. Mühsam hat er hunderte Illustrationen, Grafikblätter und anderes, direkt in England oder aus fürstlichem Nachlass zusammengetragen und Personen, Häuser und Dokumente authentisch so zu den Textstellen gestellt, wie Pückler das Beschriebene gesehen hat. Wunderbar! Eine bibliophile Kostbarkeit, ohne Zweifel. Dank Brandenburg-Förderung komplett für nur 120 Euro im Buchhandel. J. Heinrich
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