Cottbus: „Mir fehlt das Kaufhaus irgendwie…“

Viele Leser erinnern sich noch gern an den 3. Oktober 1968.

In Cottbus wir das „konsument“-Kaufhaus gebaut.
In Cottbus wir das „konsument“-Kaufhaus gebaut.

Wolfgang Marlow aus Forst weiß: „Die riesige Baugrube kann nur zum entstehenden ‘konsument’- gehören. Grundsteinlegung war der 22. November 1966. Der Entwurf stammt von Klaus Frauendorf. Am 3. Oktober 1968 wurde das Warenhaus als eines der größten Handelshäuser der DDR eröffnet. Ich weiß noch, wie viele Menschen dort anstanden und ich mittendrin. Gleich unten auf der linken Seite war ein Lebensmittelladen, und in der 3. Etage eine Selbstbedienungsgaststätte. Es ist schade um das Gebäude, da stecken so viele Erinnerungen drin.“

„Hier beginnt die Entstehung des ‘konsument’-Hauses“, schreibt auch Reinhard Borrmann aus Cottbus und weiß wie Manfred Kunath und Karola Siegmund aus Cottbus sowie viel andere noch den Eröffnungstag. Frank Irmer erinnert sich: „Ab 1965 begann der Abriss für das neue Stadtzentrum. Da war an dieser Stelle die 1938 von den Nazis zerstörte Synagoge bereits Geschichte. Um die ca. 75.000 Einwohner besser zu versorgen, wurde ein Kaufhaus geplant. Den Standort soll Walter Ulbricht bei einem Rundgang mit einem Fingerzeig benannt haben. Die heutigen Querelen um das Gebäude können einen nur traurig stimmen.“ Aus der Aufbauzeit hat uns Lothar Aden aus Kolkwitz seine Fotos geschickt, die er bei Spaziergängen schoss. Jürgen Klingmüller schreibt: „Im Hintergrund sind die Grundstücke der Karl-Liebknecht-Straße 6-9. Das Haus Nr. 8 mit dem herrlichen Ziergiebel, einst das Kaufhaus des Friedens, gibt es heute mit der Fassade leider nicht mehr.“

Fritz Dieter Buddrus ergänzt: „Vater hat ab der Eröffnung einige Jahre in dem Objekt gearbeitet. Wir haben uns als Familie einige Wochen als Aushilfs-Reinigungskräfte im Speisebereich etwas Geld dazu verdient. Vieles bekam man nach 1978 auch in dem Haus nur noch, wenn man gute Beziehungen zum Personal hatte.“ Irina Lehmann seufzt: „Tja, und heute? Im Erdgeschoss ist ein Möbelhaus eingemietet. Aber so richtig weiß keiner, was nun aus dem mittlerweile denkmalgeschützten Gebäude werden soll. Schade. Mir fehlt das Kaufhaus irgendwie.“ Anderen auch.

Bei Spaziergängen hat diese Bilder vom „Konsument“ und der Baustelle Lothar Aden aufgenommen
Bei Spaziergängen hat diese Bilder vom „Konsument“ und der Baustelle Lothar Aden aufgenommen.

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