Sozialarbeit zementieren

kommentar_m_klinkmuellerEs ist ein Widerspruch. Einerseits werden 270000 Euro in ein neues Gebäude für die Schulsozialarbeit in Forst investiert, andererseits wird nicht dauerhaft auf die Sicherung des Arbeitsplatzes der Schulsozialarbeiterin gesetzt. Zwei Jahre reicht der Arbeitsvertrag der Schulsozialarbeiterin. Wenn sie Glück hat und das hatte sie bereits einmal, kommen immer und immer wieder zwei Jahre hintendran. Zwei Jahre in denen die Pädagogin nicht weiß, wie es danach weitergeht. Ein Job mit permanenter Zukunftsungewissheit. Doch nicht nur das Privatleben ist durch die permanente Befristung belastet, sondern auch die Arbeit an der Schule. Denn wie soll die Schulsozialarbeiterin für das kommende Jahr große Projekte anschieben, wenn sie nicht einmal die Sicherheit hat, dass sie dann noch an der Forster Schule tätig sein darf? Die Befristung macht keinen Sinn! Wie die stellvertretende Schulleiterin sagt, entlastet die Schulsozialarbeiterin die Lehrer. Somit ist Sozialarbeit auch Bildungsarbeit. Deshalb müsste auch das Schulamt für eine dauerhafte Anstellung der Schulsozialarbeiterin aufkommen. Wenn die Forster Oberschule, die sich bei der praktischen Ausbildung zum Erfolgsmodell entwickelt hat, weiterhin für Lehrer wie Schüler gleichermaßen attraktiv sein soll, darf es nicht dem finanziellen Glücksspiel überlassen werden, ob, wann und wie die Sozialarbeiterstelle besetzt wird. Wer richtigerweise in Steine investiert, sollte auch dauerhaft die Arbeitsstelle der Menschen zementieren, die in diesem Steingebäude täglich für die Schüler nach Lösungen für große und kleine Probleme suchen. Eines sollte nie gelten: Bildungserfolg darf keine Befristung kennen!  Mathias Klinkmüller