Forst: Ort einer schönen Kindheit

damals160213fo
Ein Schild zur Verkehrserziehung stand einst vor der Schmiede in der Mittelstraße

Die Mittelstraße wurde überbaut / Erinnerungen bleiben aber wach:
Dietmar Schonnop schreibt: „Zu sehen ist die Mittelstraße aufgenommen von der Werkseite der Berliner Straße. Links zu erkennen ist die Eisdiele, kleines Haus zur Schmiede Kleemann. Dort wo die Blumenschalen stehen, ist das Logo zur Verkehrserziehung der DDR zu sehen. Unter diesem Motto habe ich viele Verkehrsteilnehmerschulungen durchgeführt. Die Schmiede Klemann war auch Vertragswerkstatt für Anhängerfahrzeuge. Als Massenbedarfsgut wurden hier Anhänger hergestellt.“
Heinz Pomrehn hat eine andere Erinnerung zu dem Schild. Er schreibt: „Ja ich erkenne vieles hier auf dem Foto. Der Radfahrer fährt auf der Berliner Straße in Richtung Bahnhof. Das Schild was dort steht ist ein Hauptstraßenschild. Das kleine Haus rechts steht in der Mittelstraße. Dort war auch die Schmiede von Albert Klemann zu finden. Als 15-Jähriger Junge (Maurer) kam ich hier mit meinem Maurerhammer zum ausschmieden und anschleifen vorbei. Das hohe Haus war eine Eisdiele. Zuvor befand sich darin ein Elektroladen, in dem ich mir von meinem Lehrlingsgeld ein Radio für 96 Mark kaufte. Das Radio hatte nur eine Mittelwelle und ich freute mich über meine Errungenschaft. Die Familie Klemann war mit meiner Oma befreundet und brachte Wäsche von ihrem kleinen Wäschegeschäft zu Klemann. Meine Schwester machte Botengänge und sie bekam zu essen und ein kleines bisschen Geld, denn wir waren ja nach dem Krieg arme Leute.“
Evelin Harras erklärt: „Das kleine Haus hatte die Nummer 1. Es gehörte meinen Großeltern Martha und Albert Klemann, denen meine Verehrung gehört. Ich verbinde mit diesem Haus viele Erinnerungen und eine außerordentlich schöne Kindheit. Täglich waren mein Bruder und ich auf dem und um das Anwesen der Großeltern herum – wie Mittelstraße, Gasse und Bleiche mit vielen Kindern der Nachbarschaft unterwegs. Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Fotos haben meine Cousine und ich uns erinnert, was ebenerdig im abgebildeten Häuschen alles untergebracht war: neben den zwei Privaträumen meiner Großeltern, einer Küche für die Versorgung der Angestellten, die von meiner Oma allein bewerkstelligt wurde, und ein Depot für Vorräte, gab es das Büro, das meine Mutter führte sowie einen Lagerraum.  Unser Opa war der Schmiedemeister, die Firma ein Familienunternehmen, das später mein Onkel Eberhard Klemann weiterführte. Auch die kleineren Aufträge der Forster kamen nicht zu kurz, selbst wenn deren Erledigung nicht immer sofort erfolgen konnte. Pferde waren oft zum Hufbeschlag auf dem Hof. Nie war es langweilig. Auch während meiner Schulzeit war ich jeden Tag hier. Zu dieser Zeit befand sich noch der Blumenpavillon an der Stelle der Blumenschalen. Das Schild hat glaube ich irgendetwas mit Sicherheit im Straßenverkehr zu tun.“
Viola Schiemenz schreibt: „Die Mittelstraße reichte von der Berliner Straße bis zur Amtsstraße, in vergangenen Zeiten auch als Schweinegässchen bekannt. Das Schild auf der freien Stelle war ein Hinweis, dass man sich im Straßenverkehr aufmerksam und rücksichtsvoll verhalten soll. In früheren Zeiten befand sich an dieser Stelle gegenüber der Post ein Blumenpavillon der von der Gärtnerei Frenzel betrieben wurde. Später befand sich in dem Laden eine Tombola. Fast an gleicher Stelle befindet sich heute das Kultur- und Genuss-Café.“
Dieter Nowotnick schreibt: „Hier geht die Mittelstraße von der Berliner Straße ab, das Haus gehört zur Schmiede Klemann, die Mittelstraße mündet gegenüber vom Lindeneck wieder in die Berliner Straße. Dort rechts von den Blumenschalen befand sich schon immer ein Pavillon. Von diesem Pavillon die Berliner Straße entlang bis Einmündung Amtstraße, weiter zum Kreisel und wieder zum Pavillon zurück, dieser ganze Komplex fiel dem Zweiten Weltkrieg und dem sozialistischen Wohnungsbau zum Opfer. Nur ein Haus überlebte alles und steht heute noch gegenüber der Einmündung Käthe Kollwitz Straße. Das Schild könnte ich mir vorstellen wurde Privat dort zur Warnung für Autofahrer aufgestellt, denn dort befand sich ein kleiner Abkürzungsweg zur Goetheschule und auch die FDGB Baracke befand sich dort wo früher der Lindengarten stand. Links wo das Fenster vorguckt, wohnte ein bei den alten Sportlern bekannter Funktionär Wilhelm Weinhold, der Wilhelm hatte bei gegebenen Anlass(1.Mai) seine Jacke oder Mantel voll mit allen Auszeichnungen die er besaß und freute sich wenn er gelobt wurde. Hinter dem Fotografen befand sich das Geschäft von Radio Pusch, ein Sägewerk, Gasanstalt und das Lindeneck. Links hinter ihm die Post und Eisgröger.
Thomas Methe weiß: „Die Mittelstraße führte über einen Bogen zurück zur Berliner Straße und kam an der Schwanenapotheke heraus. In der ehemaligen Mittelstraße befand sich auch einst die Kohlehandlung Orschel und auch die Tuchfabrik Haase.“

Gewonnen hat Heinz Pomrehn
Herzlichen Glückwunsch