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Albert Heine gründete den „Anzeiger“

Bilder aus dem alten Cottbus | Von | 29. Juli 2022

Gemälde von Albert Heine

Albert Friedrich Ferdinand Heine gründete den
Cottbuser Anzeiger Verlag

Am Sonntag vor 143 Jahren starb in Cottbus ein Mann, der Bedeutendes dazu beitrug, dass sich der Ort schon in Kaiserzeiten bald „Großstadt“ nennen durfte. Er hat mit viel Mut und persönlichem Risiko eine Zeitung gegründet: Albert Heine, geboren am 25. März 1818 in Hadmersleben im Bördekreis, gestorben am 31. Juli 1879 in Cottbus. Als er mit gerade 63 Jahren die Augen schloss, hatte er viele Menschen als Redakteur und Verleger das Sehen gelehrt. Seine Tageszeitung „Cottbuser Anzeiger“ hatte es nach 1871 innerhalb von acht Jahren zur ansehnlichen Auflage von 4 500 Exemplaren gebracht, er selbst musste zuweilen für offene Worte Strafen hinnehmen.

Druckerei

Rotation für 16- und 32-seitige Zeitungen, 1929

Heine war Gymnasiast in Halberstadt und erlernte danach den anspruchsvollen Beruf eines Lithografen und Steindruckers. In Wanderjahren vertiefte er sein Wissen und seine Kunstfertigkeit, um sich dann im aufstrebenden Cottbus niederzulassen, wo er am 6. Februar 1845 seine eigene Lithographische Anstalt eröffnete. Drei Jahre später präsentierte er seinen „Anzeiger für Cottbus und Umgebung“ – eine Fast-Tageszeitung, allerdings zunächst im A 4- Format nur zwei-, später vergrößert dreimal wöchentlich erscheinend. 1871 wurde aus dem Wochenblatt die Tageszeitung „Cottbuser Anzeiger“, die „begehrteste Tageszeitung in der Niederlausitz und im Gebiet zwischen Berlin und Dresden – größte Verbreitung und höchste Abonnentenzahl“, wie es in der selbstbewussten Werbung hieß. 1889 zog die Druckerei aus der Sprem in die Bahnhofstraße, wo bis Anfang der 1970er Jahre noch die Lausitzer Rundschau gedruckt wurde. Dieses SED-Unternehmen war 1952 aus Görlitz nach hier verlegt worden, während der Heine-Betrieb schon 1942 von Arnold Heine, dem letzten Verleger der Familie, an den neu gegründeten NS-Gauverlag Kurmark GmbH verkauft worden war. Ab 1934 war der einst liberale Verlag an diese Gesellschaft verpachtet; Heine blieb Geschäftsführer ohne Einfluss auf den Inhalt der Produkte.
Auf Gründer Albert Heine, der ein typischer bürgerlicher Demokrat seiner Zeit war und für seine Ideale auch mal ins Gefängnis ging, folgten im Geschäft seine beiden ältesten Söhne Robert Heine und Albert Heine jun. Sie übergaben das Unternehmen 1912 an ihren jüngeren Bruder Arnold, der ab 1919 seinen Sohn Albert Heine als Mitinhaber einbezog. Von ihm liegt aus dem Jahr 1937 der Buch-Sonderdruck eines Reiseberichts in die USA vor, in dem er seine Studien des Landes und der Presselandschaft beschreibt. Was dort Freiheit heißt, erklärt er, „empfinden wir als einen Mangel an Disziplin.“
Der Geist des Gründers war verblasst im gleichgeschalteten Betrieb. Am 4. März 1945 erschien die letzte Zeitung; später wurde der Verlag enteignet. H.

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