Forst. Amtsstraße

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Zahlreiche Zuschriften erreichten uns in dieser Woche.
Besonders überrascht meldete sich Anita Stressig, eine geborene Miek: „Ich bin über das Bild sehr erfreut, da es sich um mein Geburtshaus handelt. Es ist die Amtsstraße 6, ein Eckhaus. Es war ein Geschäft mit sieben Schaufenstern, das meine Eltern Richard und Irmgard Miek führten. Mein Bruder
Ehrhard und ich haben dort im ersten Stock gewohnt. Wenn man zur großen Ladentür hereinkam, befanden sich links Haushaltswaren, rechts gab es Glaswaren. Weiter herum war die Lederabteilung mit Taschen, Schlüsselanhängern, Einkaufsnetzen und vielem mehr. Das Wichtigste für Forster Kinder war der Mittelteil, die Spielwarenabteilung: Burgen, Indianer, Holzspielzeug… Meine Eltern hatten das Haus 1933 übernommen und modernisiert. Es war anfangs ein Konfektionsgeschäft.
Traurig ist, dass die Straße zum Neubaugebiet erklärt wurde und meine Eltern am 31. Dezember 1973 das Geschäft schließen mussten. Im Februar 1974 musste das Haus geräumt sein. Meine Eltern bekamen ein neues in der Otto-Nuschke-Straße (heute Rüdigerstraße) zugewiesen, aber ohne Geschäft. Mein Vater wollte mit 73 Jahren nicht erneut eröffnen. “
Anita Stressig weiter: „Das Haus wurde April / Mai 1974 gemeinsam mit der Drogerie gesprengt. Ich habe dabei vom Wilhelm Pieck-Platz, heute Friedrichsplatz, zugesehen und bitterlich geweint. Wie der Staub verzogen war, hatte ich mir den Steinhaufen, der einmal mein Geburtshaus war, angesehen.“
Dagmar Güttlich berichtete: „Hier haben wir damals alles eingekauft. Bei Mieks, in der Drogerie, gegenüber vom Miek beim Fleischer waren wir Stammkunde. Zum Fleischer hatte ich mehrere Fleischerzettel hingeschafft und freitags bezahlt und die Waren abgeholt. Das war sehr bequem. Frau Gawert war eine ganz liebe Frau. Vom Fleischer hatte ich 1964 ein Hochzeitsgeschenk erhalten, eine Küchenwaage, die er bei Miek kaufte. Leider funktionierte sie nicht richtig, aber Mieks hatten sie kulant repariert. Diese Waage besitze und benutze ich heute noch.“
Renate Menzel ergänzt: „Das Textilgeschäft Johanna Speer wurde von Mutter und Tochter geführt. Daneben geht es in die Jägerstraße. Es war jahrelang mein Arbeitsweg.“ Gerda Henschel wusste: „Am Ende der Jägerstraße habe ich gewohnt. Im Eckhaus in der Bildmitte war das Geschäft von Richard Miek. Für mich gehörte es zu den besten Verkaufsstellen. Gegenüber die Drogerie Seidel. Hier gab es einen großen Brand. Es war an einem Dezembertag der frühen 60er-Jahre, im Lager befanden sich Pyrotechnikartikel für Silvester. Wenn ich mich recht erinnere, wurde die Drogerie nicht wieder eröffnet. Neben Johanna Speer war ein Blumenladen, ich meine Anklam. Hinter dem Baum bediente Frau Schmiedeberg im Lebensmittelkonsum. Der Laden war ein Betriebskonsum für Tuchfabriken. Später war es mein Butterkonsum, damals musste jeder in ein Lebensmittelgeschäft eingetragen sein, um in der Woche 200-250g Butter kaufen zu können. Im Hintergrund ist die Stadtkirche St. Nikolai ohne Turmspitze zu sehen. Ich bin über die Zerstörung der Tür und des Eingangsbereiches am Silvestertag empört und entsetzt.“
Auch Christine Rex, Annerose Pohl, Dietmar Schonnop, Lothar Bürgel, Regina Lessig, Thomas Methe, Herbert Gottschalk und Wolfgang Mahling erkannten die Amtsstraße mit den Geschäften und der Kirche. Gabriele Lobner erinnert sich, dass ihr das Jugendweihekleid bei Johanna Speer gekauft wurde. „Deutlich zu erkennen sind die Eisenbahnschienen der Schwarzen Jule.“ Wolfgang Schenk: „Die Ruinen wurden 1949 entrümpelt und die entnommenen Ziegel wurden zum Wiederaufbau von anderen Straßen genutzt.“ Manfred Meier: „Die Aufnahme könnte aus den späten 60er oder Anfang 70er-Jahren stammen. Heute steht an dieser Stelle ein Neubaublock, der an die Firma Laebe grenzt.“ Diese Zeit schätzt auch Angela Rose: „In der Jägerstraße befand sich neben der Brauerei die beliebte Fischbratküche.“ Es gewinnt Gerda Henschel.
Herzlichen Glückwunsch!