Aus Senftenbergs „Glück auf!“-Zeiten

Die Einkaufsecke hat sich verändert – so wie die ganze Stadtlandschaft.

Wir machen Sommerstation in der Seestadt Senftenberg.

Kurz und bündig „Senftenberg“ notiert Burkhard Güntzel aus Felixsee.

Etwas ausführlicher wird Ines Krätsch aus Döbern: „Wir sind in Senftenberg vor Anker gegangen. Nach 1945 übernahm die HO das Kaufhaus Waldschmidt, Baujahr 1909. In den 1950er Jahren wurden in der ersten Etage Lebensmittel verkauft. Gegenüber der HO-Pavillon war ein beliebter Lebensmittelladen, anfangs mit einer kleinen Kaffeestube. In den 1970er Jahren musste er dem Straßenbau weichen.“

Siegfried Krusche aus Cottbus meint: „Dieses Foto verwirrt mich doch einigermaßen. Von der Bebauung her ist es eindeutig Senftenberg, aber die großen Bäume und der querverlaufende Zaun im Bereich der Straße nach Brieske irritieren mich. Wahrscheinlich lebe ich noch nicht lange genug in der Lausitz, um den früheren Straßenverlauf zu kennen.“

Jens Pumpa aus Cottbus kann helfen und erklärt: „Wir sind auf der Stalinstraße. Zu sehen ist das Kaufhaus der HO, davor der Gemüse-Pavillon. Die Straße bog dann nach rechts in die Bahnhofstraße ab. Im Vordergrund steht ein FRAMO-Lieferwagen. Der von der Gärtnerei Vier geschaffene Blumen-Pavillon wurde vor dem Abriss als Obst- und Gemüseverkaufsstelle der HO genutzt. Die Stalinstraße gab es nicht lange. Jetzt ist es der Steindamm, ganz früher war es die Dresdener Straße.“

Klaus Reiter ergänzt: „Hinter der Häuserzeile befindet sich die Peter-und-Paul-Kirche. Im Hintergrund ist das Kaufhaus „Waldschmidt“ zu sehen. Des Weiteren befanden sich dort ein Hutladen, die Gaststätte Weißer Hirsch und eine Eisdiele.“ Genau archiviert hat Manfred Gnida aus Spremberg: „Am 23. Oktober 1909 eröffnete am nördlichen Ende der Kleinen Bahnhofstraße W. Waldschmidt eine Filiale seines schon in Cottbus erfolgreichen Kaufhauses. Bäume wurden damals gefällt, das Kriegerdenkmal beseitigt, Gebäude abgerissen. Nach Gründung der DDR trug das als HO benannte Kaufhaus bis 1966 die Bezeichnung ‘Kaufhaus der Niederlausitz’, dann wurde es ‘Magnet’, nach der Wende noch kurze Zeit ‘Multistore’. Besucher erinnern sich noch an die Dachterrasse mit Imbiss oder den Fahrstuhl mit Liftboy.“

Senftenberg – das steht heute für Sommer, Sonne, Segelsport. Fünf Seen sind seit dieser Saison durch Kanäle miteinander verbunden. Zu Wasser, aber auch radelnd entlang der Ufer bietet das Seenland traumhafte Ferienideen. Foto: CGA-Archiv/Hnr.

Burkhard Bender aus Cottbus rechnet: „Maximal von Dezember 1961 kann das Bild stammen, dann wurde die J.-W.-Stalin-Straße wieder in Steindamm umbenannt. Zu sehen ist das Straßenschild links im Bild vor dem Baum am Pavillon. Das Kaufhaus Waldschmidt war ein Ableger des Cottbuser Kaufhauses.“

Irene Alsdorf aus der Rudolf-Breitscheid-Straße in Ruhland schreibt: „Links neben dem Kaufhaus ist der ehemalige Blumen-Pavillon der Gärtnerei Vier zu sehen. Heute ist vor den Gebäuden die Kreuzung Briesker Straße, Bahnhofstraße und Steindamm. Die Straße bzw. Gasse zwischen dem Kaufhaus und dem Blumen-Pavillon führt direkt zum Marktplatzes, der Besuch ist sehr empfehlenswert.“ Brigitta Thürmer aus Spremberg erinnert sich „Ich selbst habe in diesem schönen Pavillon, der damals ein sehr vielseitig ausgestatteter Obst- und Gemüseladen war, eingekauft. Lang ist es her – eine schöne Erinnerung aus Jugendtagen.“

Eberhard Witzke aus Cottbus ordnet ein: „Vom Bergmann zum Seemann. Jetzt sind die Verbindungskanäle freigegeben und man kann vom Senftenberger See in den Sedlitzer, Geierswalder, Partwitzer und Groß Räschener See mit dem Schiff fahren. Das Bild ist mir nicht so geläufig, ich tippe auf den Marktplatz.“ Das kommt nahe. Frank Irmer hat die Übersicht: „In den 1980ern bis in die 90er war ich oft auf dem Kaufhaus. Die Energieversorgung Cottbus hatte dort eine Funkanlage, die zu warten war, Die Antenne steht noch. “ .

Der Cottbuser Reinhard Semt freut sich über den „sehr seltenen Framo V 901 (1951-1954), Vorgänger des allseits bekannten B1000 (ab 1961).“

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