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Carl Friedrich Claudius: Fabrikant und früher Luftfahrer

Bilder aus dem alten Cottbus | Von | 20. Januar 2023

Carl Friedrich Claudius

Carl Friedrich Claudius fuhr 1811 im Gasballon

Der Familienname Claudius ist in Cottbus schon seit über 200 Jahren verschwunden, aber nicht vergessen. Dafür sorgte der hier am 22. Januar 1767 geborene Carl Friedrich Claudius, Sohn eines Webers und Leinwandhändlers. Er lernte das Weben und Färben in Chemnitz und gründete, gerade erst 16-jährig, in Cottbus eine eigene Weberei, aus der bald die erste Wachstuchfabrik „vor dem Spremberger Thore“ hervorging. Die verkaufte der junge Claudius 1806, um sich mit gleicher Profession in Berlin niederzulassen. Dort machte ihn schon vier Jahre später Heinrich von Kleist als Korrespondent der „Berliner Abendblätter“ bekannt. „Herr Claudius hat seinen Versuch, den Ballon willkührlich, vermittelst einer Maschiene, zu dirigiren, nicht zu Stande bringen können“, berichtete er am 16. Oktober 1810. Im Mai des folgenden Jahres aber stieg besagtes Wachstuchmonster tatsächlich auf und fuhr mit dem Cottbuser Erfinder in zwei Stunden 100 Kilometer weit bis hinter Stettin. Zwar bestimmte die Richtung nur der Wind und nicht die Lenkmechanik, die Claudius erstmals an einem Ballon präsentieren wollte, aber dennoch wurde der kühne Pilot nach seiner Rückkehr im Berliner Schauspielhaus stürmisch gefeiert, was sich bald bis in die Lausitz herumsprach.

Heißluftballon heute

Heute beliebte Ballons steigen mit Heißluft auf. Früher waren das gasgefüllte Kugeln aus Stoff.

Auch Pückler, der damals noch in Muskau lebte, bekam nun Lust aufs Fliegen. An der gleichen Stelle, wo Claudius gestartet war, bestieg er im Jahre 1817 für viel Geld als Passagier einen Ballonkorb, der ihn bis nach Potsdam trieb. Er hat das Erlebnis, das allerdings größtenteils in dichten Wolken ablief, kunstvoll beschrieben und ging somit als erster zahlender Luftfahrtpassagier in die Weltgeschichte ein.
Carl Friedrich Claudius wollte noch einen zweiten Flugversuch in Stettin unternehmen und hatte dort viel Publikum zusammengetrommelt. Der Wachstuchballon konnte den schweren Mann aber nicht heben, und so ließ der, um das Publikum zu beruhigen, einen federleichten Assistenten mit dem Gefährt aufsteigen, der nach kurzer Fahrt einigermaßen heil wieder zur Erde kam.
Claudius blieb erfolgreicher Wachstuchfabrikant, errichtete im Park von Lichtenberg (heute Berlin-Lichtenberg) eine Fabrik für 500 Arbeiter, die imprägnierte Tuche für Raumausstattung herstellte. Er schrieb ein Buch über seine Ballonzeit und starb 1850 in Berlin. H.

Weitere Beiträge über das historische Cottbus finden Sie hier!



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