„Postkutscher“ Schröpfer wurde zum Maskottchen der Modellstadttermine.

Als zu leicht befand Elke Dietze aus der Cottbuser Pestalozzistraße diesmal die Aufgabe; „Die Agentur für Arbeit befindet sich in der Bahnhofstraße 10. Auf dem Plakat ist nicht nur das Datum der Grundsteinlegung zu sehen, sondern auch ein Bild des zukünftigen Arbeitsamtes.“ Der Cottbuser Klaus Reiter erinnert sich: „Nach der Wende war Arbeitslosigkeit ein großes Thema. Für die Wessis war es wichtig, die Konkurrenz auszuschalten oder wichtige Betriebe zu übernehmen. Dadurch verloren in Cottbus Tausende ihre Arbeit. 1928 gab es hier die ‘Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung’ im Verwaltungsgebäude der Maschinenbau AG in der Dresdener Straße. Damals gab es 16.203 Arbeitslose und 9.367 Unterstützungsempfänger. In der DDR Zeit gab es diese Form nicht mehr, sondern staatlichen Arbeitslenkung und Zuteilung von Arbeitskräften.“
Conny Eichhorst mailt: „Das war 1998 das Arbeitsamt in der Bahnhofstr. (Wie die Zeit vergeht… krass!)“ Ines Krätsch aus der Jahnstraße in Döbern findet: „Der Hintergrund am oberen Bildrand passt nicht zur Uni-Bibliothek und auch nicht zum Hauptgebäude der Sparkasse. Also Arbeitsamt.“ Das meint auch Dietmar Schwiek aus der Bergstraße in Neißemünde.
Iris Gollmick aus der Cottbuser Ringstraße ergänzt ihre Ortsangabe um die Anmerkung: „Wir wohnen erst sechs Jahre in dieser schönen Stadt und interessieren uns sehr für ihre Geschichte und die der Umgebung.“
„Wieder ein schönes Rätsel aus dem schönen Cottbus“, schreibt Uwe Hoßfeld aus Neubrandenburg. „Das Kalender-Plakat nennt sogar das genaue Datum und zeigt, was hier gebaut wird. Das DeTe Immobilien Banner irritiert.“
Eberhard Witzke aus der Calauer Straße in Cottbus bedauert: „Leider musste dadurch der Bebelclub weichen, der ein kultureller Anziehungspunkt war.“
Auch Jens Pumpa aus der Rostocker Straße in Cottbus hätte sich einen anderen Standort für die heutige Agentur gewünscht: „Am 11. August 1995 wurde in einem historisch wertvollen und denkmalgeschützten Kellergewölbe in der Cottbuser August-Bebel-Straße, der Club BEBEL ‘getauft’. Hunderte Konzerte und Partys wurden veranstaltet, ob Jazz, Funk, Soul, Rock, Reggae, Hip Hop, Techno. Aber ein neues Arbeitsamt sollte her, der Denkmalstatus wurde von den Stadtverordneten aufgehoben und die Abrissbirne kam 1998.“

Reinhard Semt schreibt: „Ich erinnere mich noch dunkel, ohne direkt beteiligt gewesen zu sein, an Probleme betreffs Baugrund und Wasserhaltung. Leider musste für den Bau der beliebte Bebel-Keller weichen, was in der Party-Szene für viel Verdruss sorgte. Jahre später startete er erfolgreich neu in der Nordstraße bis zum endgültigen (?) Aus 2024.“ Den Cottbuser Frank Irmer verbindet Besonderes mit dem Ort: Das ‘Bebel’ musste aus dem alten Kellergewölbe trotz Protesten weichen. Die Räume waren zu DDR-Zeiten auch als ‘Bananenkeller’ benannt. Dahinter auf dem Hof war seit 1953 das Post- und Fernmeldeamt beheimatet. Dort holten wir uns mit meinem Freund öfter ausrangierte Telefonapparate zu Bastelzwecken. Dies hat meine Berufslaufbahn mitbestimmt.“
Manfred Gnida aus Spremberg weiß: „Viel wurde gebaut, seit Cottbus 1991 als Modellstadt definiert wurde. Prominente Gäste kamen auch zur Grundsteinlegung für das neue Arbeitsamt. So zum Beispiel der damalige Oberbürgermeister Waldemar Kleinschmidt und als Symbolfigur der Stadt der Cottbuser Postkutscher Hans-Joachim Schröpfer. Als die alte Poststrasse von Böhmen über Spremberg, Cottbus. Lakoma, Peitz nach Guben 1337 erstmalig erwähnt wurde, spielte diese nun nur noch symbolische Figur mit Kutsche eine Rolle. Schröpfer war nicht nur als Opernsänger bekannt, er war in dieser Uniform bei vielen Veranstaltungen und Stadtführungen singend und moderierend unterwegs. Zuletzt erinnerte Bernd Poredda, der in den1970er Jahren als letzter echter Kutscher galt und 2026 verstarb, an dieses Stück Stadtgeschichte.“
Weitere Beiträge über das historische Cottbus finden Sie hier!








Schreibe einen Kommentar