
Sie symbolisierten ab 1957 das neue Cottbuser Nahverkehrs-Zeitalter:
Das Foto findet sich – allerdings in deutlich schlechterer Druckqualität – in der Chronik der Cottbuser Straßenbahn, die zu ihrem 70. Jubiläum erschien. Horst Hauptmann aus der Max-Grünebaum-Straße weiß zu berichten, dass diese fünf Triebwagen 1957 erworben wurden und zunächst nur ohne Beiwagen (Anhänger) fuhren, weil sie ein neues Kupplungssystem hatten, das nicht zu dem vorhandenen Fuhrpark passte. „Diese Information entnahm ich einer Chronik, die mir eine lange bei Cottbusverkehr tätige Mitarbeiterin überließ. Sie hat mir viele Erlebnisse aus ihrer beruflichen Tätigkeit erzählt.“
Wie im Bild erkennbar, fuhren die Neuen zunächst nur auf Linie 3 zwischen Stöbitz und Wendeschleife Thiemstraße – natürlich nicht durch die Berliner, Spremberger, Karl-Liebknecht- und Bahnhofstraße.
Renate Brinke mailt: „Zu der Zeit, als diese Straßenbahnen hier angeschafft wurden, wohnte ich zwar noch nicht in Cottbus, aber diese Bahnen fuhren auf einigen Strecken noch in den achtziger Jahren. Besonders in Erinnerung sind mir die Fahrzeuge auch in anderer Hinsicht. Als diese Bahnen neu in der DDR eingeführt wurden, gab es dazu einen Pappbastelbogen, aus dem man diese Straßenbahn nachbauen konnte. Wir haben das im Werkunterricht getan – auch als Hausaufgabe. Mit Hilfe meines Vaters ist mir das Werk auch recht gut gelungen. Leider hat es die Zeiten nicht überstanden, da das ‘Werk’ ja schon 1957 oder 58 entstanden war. – Danke für das schöne Bild.“
Michael Kordon aus der Cottbuser Hans-Sachs-Straße meint: „Die Gothaer Waggonfabrik (VEB Waggonbau Gotha) war der einzige Straßenbahnproduzent in der DDR. Bis zur Produktionseinstellung 1967 wurden fast 3000 Bahnen hergestellt. Danach tauchten die Tatra-Bahnen aus der CSSR vermehrt im Stadtbild auf.“ Katrin Lehmann aus der Rostocker Straße ergänzt: „Der Triebwagen Nr. 47 wurde seit 1984 als Arbeitswagen verwendet. Er hat eine Länge von 10,90 m und eine Breite von 2,20 m. Sein Eigengewicht beträgt 13,3 Tonnen.“ Und Jens Pumpa, ebenfalls aus der Rostocker Straße, dazu: „Als Zweirichtungstriebwagen verfügt er über zwei abgeschlossene Fahrerstände mit vier zweiflügeligen Außenschiebetüren. Erstmals wurden serienmäßig elektrische Türschließanlagen eingebaut. Der Triebwagen verfügte über 22 Sitzplätze und 56 Stehplätze.“
Georg Müller erläutert: „Hintergrund war 1954 der Übergang der Fertigung zweiachsiger Straßenbahneinheitswagen vom VEB LOWA (Lokomotiv- und Waggonbau) Werdau an den VEB Waggonbau Gotha, und das blieb so, bis 1967 die Produktion in die CSSR verlagert wurde. Die Tws, vornehmlich die im Bild gezeigten Typen, waren Stahl-Leichtbau-Konstruktionen mit einem Achsabstand von 3,2 m. Den Antrieb besorgten zwei Motoren mit je 60 kW.“
Das Detailwissen der Cottbuser zu ihrer Straßenbahn erstaunt immer wieder. Es hat wohl mit ihrem Stolz auf dieses großstädtische Symbol zu tun. Auch jene Cottbuser würden die Straßenbahn immer begeistert befürworten, die aller zehn Jahre nur zweimal einsteigen. Reinhard Borrmann aus der Turower Straße weiß, das dieser Straßenbahntyp nicht untergeht: „Die ‘Gothaer’ ist heute noch als Traditionsbahn in Cottbus, aber auch bei der Thüringer Waldbahn von Gotha nach Tabarz zu sehen.“
Allen Einsendern danken wir; gewonnen hat den „Damals war’s-Kalender für 2015 Horst Hauptmann. Glückwunsch!









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