
Die Spremberger Hintergasse, heutige Burgstraße, hat sich gut gemausert
Von der Aufnahmequalität des letzten Rätselfotos ist er nicht begeistert, aber Erinnerungen hat es für „Fritzchen aus Saufdrauke“ alias Fritz Dieter Buddrus aus Drebkau doch geweckt: „Wer noch das alte Kaufhaus in der Sprem kennt, der kann sich an dessen Eingang Burgstraße erinnern (Bild hinten rechts). Da war auch noch ein wilder Parkplatz. Gegenüber gab’s eine fast immer volle Eisdiele mit gutem Eis. In der Nähe auch ein Laden für die Modelleisenbahn. Vier Jahre habe ich mit Mitschülern den schnellen Fußweg vom Bahnhof zur EOS die Burgstraße genutzt. Die Tür vom Eckgebäude links führte nach meinen verblassenden Erinnerungen zu einem Großhandel für Friseurbedarf.
Diese Straßenecke werde ich sowieso nie vergessen. Da mir die Fahrschul-Wartezeit für Klasse 4 (PKW) zu lang war, belegte ich Klasse 5 (LKW). Im Frühsommer 1977 geriet ich in die Burgstraße. Mit dem W50L vom Kraftverkehr Cottbus, hinten dran ein normaler Hänger und dann noch ein überlanger samt dem Schild ‘Überlänge’ sollte ich rechts ins Neustädter Tor abbiegen! Also in der Burgstraße erst schön weit nach links ziehen, weit nach vorn dann nach rechts bis zum Anschlag einlenken, aber so, dass links vorn nur noch 120 g Papierstärke zwischen Autoblech und Hauswand bleibt. Natürlich bei weit unter Schrittgeschwindigkeit… Einige Jahre später konnte man im Bild-Vordergrund öfters eine junge, superhübsche Dame auf einer 250 TS (Motorrad) erleben, meistens weit schneller als erlaubt. Sie fuhr Richtung Altmarkt, ‘flog’ am Eingang von Stempel-Schuft vorbei. Alles Erinnerungen eines alten Herrn…Heute sieht dort vieles anders aus, inklusive Leerstand vorn rechts.“
Klaus Herold aus Cottbus hat vorn „die ehemalige Kornbrennerei Ernst Graske“ erkannt, „welche später von der Witwe Emma weitergeführt wurde. Gegenüber (Neustädter Tor 1) steht ein beeindruckendes Haus im klassizistischen Stil, das in den 1920er-Jahren Richard Rottke gehörte und unter anderem eine Bäckerei beherbergte. Die gab es auch noch in den 1930er-Jahren, der Hausbesitzer hatte aber gewechselt. Das Haus gehörte nun der Commerz- und Privatbank AG Berlin. Auf der nördlichen Burgstraße sehen wir ein historisch wertvolles Eckhaus, das zur Neustädter Straße rechnete. Es gehörte Emil Tietze, der hier einen Tuchhandel betrieb. Später führten die Erben den Handel. Es musste einem großen (schon wieder ehemaligen) Bankgebäude Platz machen. Übrigens war die Nordseite der Burgstraße schwer vom 2. Weltkrieg gekennzeichnet“. Das „Beispiel eines langen Zuhauses von Handwerk und Handel“ nennt Georg Müller diesen Bereich. „Nicht ungewöhnlich sind wechselnde Namen der Gasse. Mitte des 18. Jahrhunderts ist der Straßenzug die Spremberger Hintergasse, um 1800 die Tuchmachergasse, schließlich, so um 1892, Burgstraße – mit heute ungetrübter Geschäftigkeit.“
Helga Starzynski aus der Hainstraße hat zur Zeit des Fotos nicht in Cottbus gelebt, ging aber hier zur Schule. Sie schreibt: „Vorne links war das Café Felicitas. Das ist ausgezogen. Auf der rechten Seite das Tuch- und Stoffgeschäft kenne ich noch. Weiter rechts rein ist ein Kürschner, das Pelzgeschäft Feind. Es ist eine schöne Ecke, und ich denke mal, es hat sich dort doch einiges verändert.“
Genau kennt Käthe Andres aus der Ernst-Barlach-Straße alle
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