Cottbus. Ein Blick in die Spremberger Straße mit der Schlosskirche aus dem Jahre 1930

damals101113_cb

Stadtzentrum mit altem Rathaus / Die „Sprem“ war schon immer eine beliebte Cottbuser Geschäftsstraße
Diesmal hatten wir viele Zuschriften in der Lesermappe. Auch Herbert Ramoth hat uns seine ausführlichen Erinnerungen mitgeteilt. „Die Bildbearbeitung des schönen Fotomotivs hat sich auf jeden Fall gelohnt, weil so gezeigt werden kann, wie schön die Spremberger Straße schon vor langer Zeit war.
Das Foto vermittelt eine entspannte Atmosphäre in der wärmeren Jahreszeit, bei der es offensichtlich Freude machte, zu Fuß oder per Fahrrad die eine oder andere Erledigung zu tätigen. Es fällt auch auf, dass viele männliche Personen die Straße bevölkerten.
Das favorisiert auf jeden Fall die Jahreszahl 1930. Es gibt aber auch einige markante Hinweise darauf, dass die beiden letztgenannten Jahreszahlen nicht die gesuchte Lösung sein können. Da fällt auf, dass in der Verlängerung der Spremberger Straße – auf dem Altmarkt – ein Gebäude steht, das den 2. Weltkrieg nicht überlebt hatte: das Alte Cottbuser Rathaus und ebenso das hellere Haus dahinter (Stimmt nicht ganz, zu sehen sind Häuser, die westlich vom Rathaus standen und 1936 abgerissen wurden. Die Red.). Bei der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee am 21./22. April 1945 wurden große Teile der Stadt zerstört. Das Alte Rathaus ist völlig, das Neue Rathaus und die Oberkirche zum großen Teil ausgebrannt, aber auch die Stadtwerke und viele Gebäude trugen Schäden davon. Eines davon war auch das Haus in der Spremberger Straße/Ecke Mühlenstraße (im Foto links), das hier noch in voller Pracht zu sehen ist. Hier (oder etwas dahinter?) befand sich einst auch das Domizil des ‘Cottbuser Anzeigers’.“
Georg Müller schrieb uns: „Die meisterhafte Beherrschung von Knitter und Kratz erlaubt mit dem Bild einen sicheren Blick längs der Sprem zum damaligen noch sogenannten Marktplatz mit dem Häuserquartier westlich des alten Rathauses. Eines besseren Verkehrs wegen wurden diese Gebäude in den Jahren 1935 bis 1938 abgerissen, und so ordnet sich die Aufnahme gut in die Rätselvariante 1930 ein. Blickfang im Straßenvordergrund ein Pritschenwagen aus dem Ende der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts, wohl ein Ford, und es brachte mich ins Grübeln: Die Dame in Herrenbegleitung
nahe des Straßenbahnhaltestellenschildes am Schlosskirchplatz könnte meine Mutter auf einem verschwiegenen Cott-
bustrip damals gewesen sein;
jedenfalls von der Kleidung her könnte es zusammenpassen.“
Diethart Schulz lobt ebenfalls die gute Bildbearbeitung in unserem Satzstudio: „Hut ab, eine wirklich gelungene Reproduktion der Fotovorlage aus dem Jahr 1930. Das Foto ist ein Beleg, dass die Spremberger Straße schon immer eine lebendige Straße war, in der die Geschäftsideen auch Wirklichkeit wurden. Auf der rechten Seite ist vorn die Schlosskirche zu erkennen, geradeaus stößt der Blick auf das Juweliergeschäft „Sack“. Das Foto ist noch zu ‘Friedenszeiten’ entstanden.“