Cottbus: Etwas hektisch, aber immer freundlich

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Das „Paulaner-Bräu“ war gesucht, also Buchstabe B

Die Kohlrouladen sind manchen Cottbusern bis heute in bester Erinnerung :
Die Kohlrouladen tauchen in den meisten der richtigen Antworten auf. Sie waren riesig, saftig und gut angebraten und wurden mit würziger Soße zu Salzkartoffeln gereicht – alles zusammen für 2 Mark Ost, zuletzt wohl 2,20 Mark. Bevor man zum Genuss kam, musste man meist anstehen, „aber es ging schnell“, schreibt Dieter Lehmann, „weil die Gäste auch rücken mussten, damit das nächste Paar gleich sitzen konnte. Es war alles irgendwie hektisch, aber immer freundlich. Viele der Gäste kannten sich, und die Kellnerinnen wussten, wer welches Getränk zum Essen nimmt.“ Elfriede Müller erinnert sich, dass die Damen aus dem „Paulaner“ – um das handelte es sich in unserem Rätselbild – „mehrfach als beste Kellnerin der Stadt geehrt wurden. Sie gaben dem ‘feinen Stadt Cottbus’ von der HO die Norm vor.“
Petra Krist aus der Kochstraße, die den Kohlrouladen-Genuss in den 1970er-Jahren hatte, hat sich über die neugierige Kinderschar gefreut: „Ein Bild, wie es in der heutigen digitalen Spielwelt nur noch selten zu sehen ist.“ „Tolles Bild, fast eine kleine Kulturgeschichte“, findet auch Josef Kauczor aus der Karl-Liebknecht-Straße und ergänzt: „Das legendäre Preis-Leistungs-Verhältnis bei Kohlrouladen ist weltkulturerbeverdächtig. Abends zu viert (Doppelkopf) oder zu dritt (Skat) Platz zu bekommen, war eine Glücksnummer. Und jerocht ham wa wie die Schlote – da würde man heute Platzverweise vor der Kneipe bekommen!“ Mike Gellert aus Leipzig war als Student dort: „Wir waren gern gesehen. Immer im Vorderzimmer. Unterm Gewölbe saß der Chef mit seinem Stammtisch. Wir haben auch mitbekommen, dass es sogar einen Vormittagsstammtisch von Cottbuser Geschäftsleuten gab.“ Der Cottbuser Klaus Herold erkennt das einstige “Paulaner Bräu”: „Ich war als Berufsschüler dort essen, und zwar zügig, denn die wohlschme-ckenden und preiswerten Gerichte waren schnell ausverkauft. Ansonsten ist mir der Gastraum irgendwie als dunkel in Erinnerung – in lieber Erinnerung.“
Wolfgang Bauch vom Fontaneplatz geht in die Historie: „Das altehrwürdige Gebäude lässt sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Es wurde als Wohn- und Handwerkerhaus errichtet. 1825 gründete der Tuchmachermeister Friedrich König hier „Königs Bierhaus“, das für rund 100 Jahre in Familienbesitz blieb. Mitte der 1930er-Jahre pachtete Gastwirt Richard Dubrauke den Ausschank und nannte ihn „Paulaner Bräu“. Nach dem Zweiten Weltkrieg betrieb Hans-Joachim Reinhardt die Gastwirtschaft. Bei einer unglücklichen Rekonstruktion 1988/89 ging im Inneren wertvolle gotischer Bausubstand verloren.“
Danke allen zitierten und auch den anderen Lesern. Gewonnen hat heute Hildegard Greif.
Herzlichen Glückwunsch!