Cottbus. Gesucht war das Schloss Bad Muskau im größten Landschaftspark Mitteleuropas

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Talentierter Pückler hörte auf Goethes Rat
Geschichtliche Hinweise führten zu Pücklers Schloss Bad Muskau / Ermutigende Treffen mit Goethe
Unsere wohl letzte Damals-war’s-SOMMERTOUR war keine schwere Rätselaufgabe für viele Leser. Wohl auch, weil sich das gesuchte Schloss nach dessen Restauration in fast unveränderter Schönheit präsentiert. Und so löst Herbert Ramoth, wie viele andere Rätselfreunde, auf: „Das gesuchte Schloss steht im Park von Bad Muskau (C). Der Park ist mit seinen 545 Hektar der größte Landschaftspark Zentraleuropas, der nach Pücklers Studien in England ab 1815 angelegt wurde und mit etwa zwei Dritteln östlich der Neiße liegt. Beide Teile verbindet eine Brücke über die Neiße.
Auch wer dieses schöne im Neorenaissancestil erbaute Schloss noch nicht kennt oder gesehen hat, kann anhand der aufgeführten Geschichtsdaten die Lösung herausfinden. Die gesuchte Persönlichkeit lebte zur Zeit Goethes, besaß Schloss und Park und wurde später sogar Cottbuser. Da gibt es nur einen, auf den diese ‘Beschreibung’ zutrifft: Hermann (Ludwig Heinrich) Graf von Pückler-Muskau (1785 bis 1871), der 1822 vom Staatskanzler Hardenberg, seinem Schwiegervater, in den Fürstenstand erhoben wurde.
Pückler war ein aristokratischer Lebemann, auf abenteuerlichen Reisen unterwegs, Reiseschriftsteller (‘Briefe eines Verstorbenen’, eines der größten Bucherfolge des 19. Jahrhunderts; ‘Andeutungen über Landschaftsgärtnerei’ erlangten Weltruf), Landschaftsarchitekt (sein Hauptwerk war der Landschaftspark in Bad Muskau, der seit 2004 auf der UNESCO-Liste steht, aber auch der Branitzer Park und der Babelsberger Park sind sein Werk). Bekannt ist er weiter als Gourmet (Pückler-Torte) und als Liebhaber (Lucie von Pückler-Muskau, Machbuba, Bettina von Arnim, Henriette Sontag) und natürlich auch durch seine legendäre Hirschkutschenfahrt in Berlin.
Auf seinen Reisen kam er auch mit Goethe zusammen, der ihm bei den Unterredungen über Landschaftsgärtnerei den Rat gab: ‘Verfolgen Sie die Richtung. Sie scheinen Talent dafür zu haben.’ Die Ergebnisse können wir in Branitz und Bad Muskau bewundern!
Georg Müller meint zu unserem Bilderziel: „Eigentlich hätte der diesmalige Sommertourausflug Bad Muskau mit Park und Schloss auch ein Reiseziel des großen Dichterfürsten sein können; dafür holen es jetzt die Filmemacher nach und lassen den jungen Pückler alsbald splitternackt in den Feuerturmteich springen. Damals, anno 1813, schaffte er es bis in das recht nahe Dresden; dafür besuchte der Schlossherr Fürst Pückler nach vorangegangenem fleißigen Schriftverkehr 1810 und 1812 den inzwischen längst zum Weimarer gewordenen Dichter. Fortan galt Pückler als ‘Goethe der Landschaftsgärtnerei’, und er ließ es sich nicht nehmen, den dann schon 77-Jährigen im September 1826 in Weimar ein drittes Mal aufzusuchen. Soweit die Geschichte der beiden Fürsten, die sich wohl gut verstanden haben müssen.“ Vielen Dank!