Cottbus: H. Müllers „Auftrag“ in der Turnhalle

In der kommenden Saison wieder im Spielplan / Erinnern an eine Spielstätte.

Klaus Reiter schreibt: „Ich bin als Cottbuser selbst drei Jahre in diese Schule gegangen. Damals noch mit Tintenfass in den alten Schulbänken und mit Federhalter schreiben gelernt. Als Bürger-Töchterschule wurde sie von Maurermeister Fr.-Wilhelm Schneider 1859 errichtet.  Eröffnung 8. April 1875 mit 500 Schülerinnen. Die Turnhalle kam 1908 dazu.1930 zog dann die Knaben-Mittelschule mit ein. 1933 in Hindenburgschule und 1948 in Carl-Blechen-Schule umbenannt. 1978 zog die Schule in die Muskauer Straße 1 um. Danach nutzte das Staatstheater das Gebäude und die Turnhalle als Probenraum. Nachdem die Schule 1990 saniert wurde und unter Denkmalsschutz stand, wurde sie 2008 in das Einkaufszentrum integriert. Die Schule ist ein Klinkerbauwerk mit Walmdach und die Turnhalle hatte eine verzierte Holzbalkendecke.“

Die Turnhalle der Carl-Blechen-Schule wurde zuletzt als Spielstätte vom Theater Cottbus genutzt.
Die ehemalige Turnhalle war zuletzt Theaterspielstätte

Schauspieler Michael Becker hat sich sehr über das Bild und die Frage gefreut: „Da drin haben wir Theater gespielt. Mit fällt sofort Heiner Müllers ‘Der Auftrag’ ein, den Helga Müller inszeniert hat. Hochbrisant 1989! Ich war auch besetzt, aber das Stück lief nicht lange, weil zwei Kollegen nach Ungarn gefahren waren und den Weg zurück nicht fanden. Jetzt kommt in der neuen Spielzeit des Staatstheaters wieder Müllers ‘Auftrag’. Wir dürfen gespannt sein.“ S. Sachse erinnert sich an „Franziska Linkerhand“ in dieser Probebühne: „Jeder, der das Stück sehen wollte, musste oben im Flur den Ausweis vorzeigen und wurde registriert. Autorin Reiman sah den phantasielosen Städtebau kritisch, und das kam so gut rüber, dass das Stück nach wenigen Aufführungen abgesetzt wurde.“

Frank Irmer aus der Cottbuser Philipp-Melanchthon-Straße meint: „Eine Theater Spielstätte, genauer gesagt eine öffentliche Probebühne, da das dazugehörige Hauptgebäude als Funktionsgebäude für das Staatstheater genutzt wurde. Die einstige Hindenburg-Schule erhielt zum 150. Geburtstag von Carl Blechen 1948 den Namen Carl-Blechen-Schule. Dieser Name erhielt sich über die 2006 bis 2008 erfolgte Einbindung ins Blechen-Carrè.“ Ramiro Lehmann aus Cottbus-Sielow zieht den logischen Schluss: „Da ab 1978 die ehemalige Schule als Funktionsgebäude des Stadttheaters genutzt wurde, gehe ich davon aus, dass dort eine kleine Spielstätte war.“ Erfreut zeigt sich Manfred Gnida aus Spremberg: „Details des Rätselbildes rufen persönliche Erinnerungen hervor. Oft nutzte ich die Parkmöglichkeiten an der Seite des Kaufhauses. Erinnerungen bestehen auch an die am 7.10.1969 eröffneten Mokka-Milch-Eisbar ‘Kosmos’, genannt Sternchen. Die Blechen-Schule zog 1978 um und hier entstand ein Funktionsgebäude für das Theater mit Probebühne.“ Uwe Hoßfeld schreibt aus Neubrandenburg: „Das Schulgebäude wurde Ende der 70er Jahre zum Funktionsgebäude des Theaters umgewidmet. Die angebaute Turnhalle wurde als Probebühne genutzt.“

Jens Pumpa aus Cottbus fasst zusammen: „Die Bürger-Töchterschule wurde 1859 gegründet und das Schulgebäude wurde zwischen 1873 und 1875 errichtet. Wir schauen auf die ehemalige Hindenburg-Mittelschule (seit 1933), die1948 zur Carl-Blechen-Schule wurde. Nach langem Hin und Her wurde das Schulgebäude zwischen 2006 und 2008 in das heutige Einkaufszentrum ‘Blechen-Carré’ mit eingebunden.“
So erinnert sich auch Eberhard Witzke aus Cottbus: „Die Carl-Blechen-Schule diente zuletzt als Theater Proben- und Spielstätte. Der Gebäudekomplex wurde noch modernisiert, bevor daraus das Einkaufszentrum Blechen-Carré wurde. Das Theater nutzt ja jetzt die ehemalige Von-Alvensleben-Kaserne als Proben- und Spielstätte. Ich finde, das ist auch eine gute Lösung.“ Nicht alle Einsendungen trafen diesmal ins Schwarze; einige ehemalige Schüler des Hauses hatten die kurze Bühnen-Aera ihrer Turnhalle gar nicht mitbekommen.

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