Leser erinnern sich an den Brandenburger Platz/Ernst-Thälmann-Platz
Viele Leser haben die Antwort zu unserem Rätselbild der vergangenen Woche gewusst. Dazu gehören auch Ingrid und Dieter Brauer. Sie teilen folgendes mit: „Die Aufnahme vom 28.1. zeigt den Brandenburger Platz/Straße der Jugend. Das Bild muss bei tief stehender Sonne entstanden sein, das beweisen die langen Schatten. Links im Bild war eine kleine Gaststätte, in der Mitte ein kleiner Kiosk. Rechts und links die Mauerbrüstungen waren der ‘Eingang zur U-Bahn’, wie der Volksmund sagte. Toiletten befanden sich im Keller. Im Haus mit dem sehr hellen Fensterkreuz war ein HO-Lebensmittelgeschäft. Heute hat die Sparkasse dort ihren Sitz, und zwar mit einem prächtigen Neubau. Auffällig ist der wenige Verkehr auf den Straßen. Zu sehen sind lediglich zwei Fußgänger und fünf Autos. Es handelt es sich um eine Vielzahl von Straßen wie Brandenburger Platz (Thälmannplatz), Franz-Mehring-Straße, Breitscheidplatz, Ostrower Straße, Straße der Jugend. Es ist ein sehr schönes Foto durch das Zifferblatt der Uhr des Spremberger Turms. Der Blick zeigt eine vielbefahrene Kreuzung der Stadt. Am linken Bildrand deutlich erkennbar die Kneipe, im Volksmund als ‘Knüppel-Kunze’ bekannt. Sehr gut gelegen für ankommende und wartende Busfahrgäste und andere Besucher, die h
ier sehr preiswert ihr Bier bekamen. Direkt neben der Kreuzung am Breitscheidplatz gab es die Cottbuser ‘U- Bahn’ – eine untertägige Toilettenanlage, nicht immer ganz sauber und geruchsneutral, aber es gab eine. An der einmündenden Ostrower Straße gab es eine Drogerie. Die alten Häuser sind verschwunden.“
Uwe Skalske schreibt: „In der Ausgabe vom vergangenen Wochenende fand ich eine imposante und erinnerungsträchtige Perspektive vom Spremberger Turm aus gesehen, nur leider keine passende Antwort dazu. Der Blick führt über den Breitscheidplatz in Richtung Straße der Jugend, nur eben über den Breitscheidplatz und nicht über den Brandenburger Platz. Leider werden selbst durch gestandene Cottbuser der Breitscheidplatz und der Brandenburger Platz wie zu Vorwendezeiten der Breitscheidplatz und der Thälmannplatz in unzulässiger Weise in einen Topf geworfen. Der frühere Thälmannplatz, heute der Brandenburger Platz, wird im Westen durch die Spremberger Straße bzw. Straße der Jugend und im Süden durch die Franz-Mehring-Straße begrenzt. Seine Lage lässt sich auf der von Ihnen veröffentlichten Perspektive eigentlich nur erahnen. Ich selbst bin im Jahr 1968 in die damalige 5. Oberschule, die heute in das Blechencarré integrierte Blechenschule, eingeschult worden. Mein Vater hat seinerzeit als Verkehrspolizist des Öfteren den Straßenverkehr auf besagter Kreuzung geregelt. Gerne habe ich ihn nach der Schule dabei beobachtet oder bin hoch zu ihm in das Ampelhäuschen gestiegen und habe, natürlich unter fachkundiger Anleitung, selbst die Knöpfe für die Ampelschaltungen gedrückt. Es war für einen Siebenjährigen schon faszinierend, mit einem einzigen Knopfdruck sämtliche Fahrzeuge zum Stehen zu bringen.“
Renate Brinke schreibt: „Ja wirklich, Herr Schlodder gewährte einen schönen Ausblick auf die Kreuzung. Links hinter den Bäumen erkennt man das Lobedanhaus und sogar die sogenannte ‘U Bahn’ ist zu sehen. Da die Straßenbahn schon durch die Stadtpromenade fährt, muss das Bild nach 1976 entstanden sein. An die kleinen Häuser in der Bildmitte kann ich mich aus einem etwas lustigen Grund noch gut erinnern. Ich kam sozusagen vom Land nach Cottbus, und in einem dieser kleinen Häuser war ein Hundefriseur. Sowas kannte ich nicht. Es hat mich damals schon verwundert, was Hunde beim Friseur sollen. Später wurden die Häuser abgerissen, dann war dort etliche Jahre ein wilder Parkplatz, bis schließlich die neue Sparkasse errichtet wurde.“
Auch Klaus Reiter weiß die korrekte Lösung. Er schreibt: „Im Jahr 1904 wurde im französischen Stil eine Grünanlage geschaffen. Von 1888 bis 1945 war der Kaiser-Wilhelm Platz ein Vorzeigeort. Geradezu auf der Ecke war der Lebensmittelladen der Gebr. Kunert, später eine HO-Spätverkaufsstelle. Im kleinen Kiosk wurden Zeitungen verkauft. Links vor den Bäumen wurde damals durch die PGH Raumgestaltung ein etwas größerer Kiosk aufgebaut. Dort wurden Lose der Aufbau-Lotterie verkauft. Der linke Bildrand wird von dem Restaurant Moritz Möbus ausgefüllt. Es eröffnete 1900 mit der Adresse Königsplatz 1. Zu DDR-Zeiten war es dann ‘Knüppel-Kunze’ oder ‘Genickschuss-Diele’. Dort gab es das Bier für 48 Pfennige. Natürlich konnte man dort auch essen und sich die Zeit vertreiben, bis der nächste Bus kam. Nach 1990 wurde es durch ein neues Gebäude ersetzt.“
Friedhard König merkt an: „Unser verdienter Turmuhr-Altmeister blickt vom Spremberger Turm auf den Kreuzungsbereich vor dem einstigen Spremberger Tor. Der Brandenburger Platz erstreckt sich östlich der Kreuzung bis etwa in Höhe Neustädter Tor und geht dann in den Neustädter Platz über. Im Jahr 1993 erhielt er diese Bezeichnung. Vorher war es der Thälmannplatz und noch zuvor der Kaiser-Wilhelm-Platz.“
Die richtige Lösung kannten auch Petra Hoffmann, Jens Pumpa, Dieter Leubauer, Jürgen Klingmüller und weitere Leser. Gewonnen hat diese Woche Rainer Wollmann.
Herzlichen Glückwunsch!







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