Cottbus: Hier war der einzige freie Automarkt

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Abgebildet ist die Straße Am Doll in Sandow

An der Straße sind Wohnblocks errichtet worden, die Bäume aber blieben
Zugegeben: Für die meisten Leser war das letzte Rätselmotiv kaum zu erkennen. Es handelte sich um die kleine Nebenstraße Am Doll in Sandow. Aber immerhin gab es dort noch nach der Wende ein Autohaus, das aus einer bekannten Trabant-Werkstatt hervorgegangen war, und es befand sich hier der einst stark frequentierte Gebrauchtwagen-Automarkt. Da lassen wir Leser sprechen. Ramona Alsdorf mailt uns: „Ich schreibe im Auftrag meines Vaters Willi Kliche aus Cottbus. Da er schon 81 Jahre alt ist, hat mich gebeten, dass ich mich an Sie wende. Das Bild zeigt die Straße Am Doll. In dem ersten Haus vorn links hat mein Vater einige Jahre mit seinen Eltern (und später auch mit meiner verstorbenen Mutter) gewohnt. Leider gibt es diese Häuser nicht mehr, allerdings steht das Haus rechts heute noch.

In unmittelbarer Nähe zur gezeigten Szene befand sich später der Cottbuser Auto-Schwarzmarkt, wo man für höchstbietende Summen ein Auto auch ohne die langjährige Bestellung kaufen konnte.
Mit Freude verfolgt mein Vater Woche für Woche Ihre Rubrik ‘Damals war’s’ und kann sich an sehr viele Bilder erinnern. Diesmal war er besonders begeistert, da dieses Foto für ihn mit ganz persönlichen Erinnerungen verbunden ist.“
„Jürgen Klingmüller aus der nahen Willy-Brand-Straße schreibt: „Die drei Häuser auf der linken Seite mussten in den 70er Jahren den neuen Mittelganghäusern weichen. Die Baumreihe steht jedoch noch heute. Die Gebäude auf der rechten Seite (Am Doll 6 bis 8) gibt es noch. Das Haus 6/7 gehört zu dem denkmalgeschützten Gebäudeensemble Franz-Mehring-/Thomas-Müntzer-Straße. Es waren die ersten Wohnungs-Neubauten nach dem II.Weltkrieg in Cottbus.“
B. Noack ergänzt per e-mail: „In einer Runde am Stammtisch haben wir lange diskutiert. Einer ist sich sicher, dass in diesem Kietz unser Oberbürgermeister aufgewachsen sein muss (hinten rechts, frühe Nachkriegsneubauten, jetzt von der GWC saniert). Übereinstimmung gab es aber zu dem Parkplatz, der links zwischen den Häusern gelegen haben muss. Dort konnte man sein Auto hinstellen und die Scheibe einen Schlitz breit offen lassen. Spätestens am nächsten Tag lagen – je nach Qualität und Baujahr des Autos – viele oder manchmal auch nur einige zusammengefaltete Zettelchen mit Preisangeboten und der Adresse des Kaufwilligen im Fahrzeug. So organisierte sich damals, ganz offiziell zugelassen, der Gebrauchtwagenmarkt. Ich habe einmal einen schön geputzten weißen Trabant-Kombi dort hingestellt. Morgens war er schwarz. Das Heizkraftwerk hatte wieder einmal bei Ostwind nachts die Rauchfilter abgestellt.“

Nachtrag:
Erinnerung an das Bodelschwingh-Haus

Im Rätselbild der Vorwoche zeigten wir die Straße Am Doll in Sandow. Verspätet ging der Brief von Ursula Donner, Welzower Straße, ein: Ich bedanke mich für das Foto. Es erinnert mich an die Zeit, als ich unzählige Male den Weg an den linken Häusern entlang gelaufen bin: zum Kindergarten, zur Jungschar, zur Jungen Gemeinde, zum Konfirmandenunterricht, zu den sonntäglichen Gottesdiensten. Den gezeigten Häusern sich anschließend, hier durch die Kurve verborgen, stand das Pfarrhaus der Bodelschwingh-Gemeinde. Es war ein mehrstöckiger Bau mit der diakonischen Einrichtung, einer Pflegestation und der Pfarrerswohnung. Mittelpunkt des Innenhofes war die Kastanie, die noch steht – an der Pizzeria…