
Caféhaus kaum noch zu erkennen – aber erhalten
„Der Schwager meines Großvaters war im ‘Café Central’ viele Jahre als Ober beschäftigt“, erinnert sich Isolde Hüsgens aus der Rostocker Straße. „Vielen Dank für das schöne Bild; weiterhin hoffe ich auf schöne Erinnerungen in unserer Heimatzeitung.“ Und sie weiß auch einiges über das weitere Geschick dieses Hauses: „Später war in der 1. Etage der Zahnarzt Dr. Thurner tätig, der hier noch um 1955 seine Praxis führte. Meine Eltern gehörten zu seinen Patienten. Er wurde sehr geschätzt. Im unteren Bereich war die Orthopädie Seidel & Schulz untergebracht. Als Kinder schauten wir in die Kellerfenster, wo Holzbeine und manche Gelenke unser Aufsehen erregten. Die Firma Schulz ging dann wohl in die alten Bundesländer, und Familie Seidel betrieb das Geschäft hier noch lange, ehe sie in die Spree-Galerie umsiedelte.
Der alte Straßenbahnwagen war noch lange als Arbeitswagen in Cottbus zu sehen. Neben dem gezeigten Haus rechts war das Schreibwarengeschäft von Hundsdorfer.“
Kurzweilig formuliert wieder Georg Müller: „Sehr geehrte Kritiker der Cottbuser müden Wirtschaftspolitik (Die Anrede zielt vermutlich auf den Kommentar der Vorwoche, d.Red.), waren das noch mobile Zeiten, als mit Paul Werner als Stadtoberem nahe dem Rathause im ersten Stock des ‘Hohen C’ am Markt lockere Café-Gespräche mit engsten Mitarbeitern geführt wurden. Der Führer des Triebwagens 29 – im Jahre 1905 funkelnagelneu aus dem Werk Nürnberg der Maschinenfabrik Augsburg nach Cottbus überführt – hat die Kurbel etwas zurückgedreht, um recht sachte den mittäglichen Gesprächsort zu passieren und alsbald am Dreifertschen Quartier in die Sprem gelangen zu können. Das Café war nicht von längstem Bestand. In den 30er Jahren eröffnete Zahnarzt Dr. Turner seine Praxis, die in Nachfolge bis zur Wende bestand. Der äußeren ‘Verjüngung’ widerstanden die neoromanischen Bogenfenster, und auch die Deckengemälde im 1. Stock sollen, so Ilona Wenzel aus der ‘Tabak-Börse’, noch erhalten sein.“
Die Auflösung mag diesmal viele Leser überraschen, denn an das Altmarkthaus hatten nur wenige gedacht; viel häufiger wurde – leider falsch – die Sprem vermutet. Gewonnen hat Gabriele Friebel aus Cottbus.






