
Unsere Leser haben wieder fleißig geschrieben.
Von Georg Müller erfahren wir: „Das ‘Palasttheater’ spielte damals A) in Sandow, genau an der Stelle, an der heute der neue Kaufhallenkomplex Hermannstraße/Sandower Hauptstraße zum freundlichen Einkauf einlädt – genauso freundlich wie damals ‘Tom Mix’ Groß und Klein zum Besuch der für Cottbus sehr preiswerten Filmvorführungen animierte.
Das Bauwerk selbst, wenn damals auch noch relativ peripher gelegen, war doch unverkennbarer Ausdruck der stadtprägenden Architektur an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, musste aber infolge Kriegseinwirkungen 1945 abgerissen werden.“
Heinz Scholler schrieb: „ Das ‘Palast-Theater’ war im Gegensatz zu den anderen Kinos der Stadt zwar nicht das modernste, aber es gab immer schöne Filme und der Eintritt war billiger! Ich weiß zwar nicht genau, ob das Areal zur Sandower Hauptstraße gehörte, oder vielleicht zum damaligen Diepow-Platz.“
Das und noch viel mehr weiß aber Maria Iser ganz genau. Sie lebt heute in Aachen und ist eine der vier Enkel von Eduard und Martha Wisnowsky, denen das Kino von 1934 bis 1945 gehörte. „Wir waren die Kinder vom Diepowplatz“, erzählt sie „und sind auch hier zur Schule gegangen. Ich bin 1954, gerade 20jährig, weg aus Cottbus und hatte leider nie Klassentreffen. Gibt es noch Schulkollegen vom Jahrgang 1934? Ich würde mich freuen, sie zu treffen, denn ich komme oft nach Cottbus. Meine Geschwister leben noch da.“
Die Mutter von Maria Iser war Jahrgang 1906 und lebte noch lange in Cottbus, auch der Vater, manchem vielleicht als Jonny (Raths) von der RFT-Werkstatt in Erinnerung. „Unser Großvater starb 1945. Wie das Kino zerstört wurde, wissen wir nicht genau, denn wir wurden aus Cottbus evakuiert.“ Vermutlich wurde es beim Angriff der Roten Armee auf Cottbus zerschossen wie so viele andere Häuser auch – besonders die repräsentativen. Zum Grundstück gehörte das Wohnhaus, das vermutlich mal ein Guts-haus war. „Haus Martha“ schrieb Großvater über die Tür und war wohl sehr stolz auf das Anwesen und die tüchtige Familie. Das später errichtete Palast-Theater war direkt an das Wohnhaus angebaut. Es war eine Mischung aus Historismus und Jugendstil, also wohl kurz vor dem I. Weltkrieg entstanden. So wie am Eingang gab es auch einen Giebelanbau am Ausgang. Man hatte sich viel Mühe gegeben, im 1904 eingemeindeten Sandow städtisch zu planen und zu bauen.
Vielleicht gibt es in Cottbus noch weitere Ansichten vom Sandower „Palast-Theater“. Eine Innenansicht hat Frau Iser noch bewahrt und uns für ihren nächsten Besuch in Aussicht gestellt. Wenn sich Sandower an ihre Kinderzeit am Diepowplatz erinnern, stellen wir gern den Kontakt her. Unsere Leserkontakte kennen Sie ja bereits.
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