Cottbus: Mit den Fahrlehrern an den Stammtisch

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Betriebsgelände von „Kraftverkehr“, heute Cottbusverkehr, an der Straße der Jugend

Bierrunde bei „Dokter“ oder Kaffeekränzchen im Burger „Waldschlösschen“:
Erwartungsgemäß erinnerten sich viele Leser an ihre Fahrschulzeit. Uwe Fiebig hat die Prüfung 1975 im „Wartburg 353“ bestanden: Hat sehr viel Spass gemacht. Ich glaube, danach wurde der Kraftverkehr abgerissen.“ Ein Jahr früher erwarb Klaus Reiter die Motorrad-Fahrerlaubnis: „Die ersten Versuche starteten wir mit zwei Klassenkameraden hier auf dem Gelände.  Später kamen Fahrten im noch recht ruhigen Straßenverkehr.“
Charlotte Rüssel hat schon 1962 hier die Fahrprüfung bestanden.
Noch früher war Eberhard Rietschel aus der Parzellenstraße Lehrling am Steuer, nämlich 1957: „Den Namen des Prüfers habe ich vergessen, aber ich erinnere mich an die beiden Fahrlehrer Lorenz und ‘Metto’ Pöschk. Beide sehr sachlich, streng, aber auch kameradschaftlich. Abschluss jeder Fahrschule war die sogenannte Nachtfahrt. Sie führte zu Gaststätte Dokter nach Komptendorf. Vorbereitet waren eine leckere Platte belegter Brote und eine große Kanne Kaffee. Wir vier Fahrschüler durften Bier trinken und uns selbstverständlich die Zeche teilen. Wir wurden ja nach Hause gefahren – in der EMW-Limousine – super.“
Ähnliches erzählt Jörg Martin aus dem Jahr 1973: „Bis zur Burger Chaussee war ich Beifahrer. Dort wurden die Plätze gewechselt. Fahrlehrer gingen bei Männern (ich war schon 25) wohl immer davon aus, dass die sowieso Auto fahren können. Ich konnte nur Motorrad, hatte noch nie an einem Steuer gesessen. Ich gab gut Gas – man hatte ja ein Motor-Gehör – und der Wartburg lief. Damit quasi auch die ganze Lehre. Wir fuhren zum Waldschlösschen, saßen eine Stunde schwatzend bei drei Kännchen Kaffee, zu denen sich der Fahrlehrer einlud. Dann ging’s direkt zurück zum Kraftverkehr. Ich hatte keine weitere Fahrstunde, nur noch die Prüfung. Gekostet hat das bei aller Verkürzung den vollen Preis. War aber okay so.“  Unser „Nachleser“ Gerd-Uwe Lehnigk aus Calau kennt das Gelände aus seiner Zeit beim Hauptauftraggeber Komplexer Wohnungsbau (HAG). “Ich hatte vor dem Bau des inzwischen schon wieder abgerissenen Wohnblocks die Freifläche zu planen. Am Kraftverkehr standen zwei sehr schöne Winterlinden. Eine hätte erhalten werden können. Ich habe die Bäume fachgerecht markiert. Die bauvorbereitende Abteilung sägte aber genau die falsche ab, so dass es jetzt an dieser Ecke leider keinen alten Baum mehr gibt.“
Kalle Schlodder weiß: „Links, verdeckt hinter den Bäumen, war das Hotel ‘Stadt Leipzig’, in der Mitte Focke Wulff aus Bremen, Außenstelle Cottbus; nach 1945 zog hier der Kraftverkehr ein. Rechts im Bild (nicht zu sehen) stand das Arbeitsamt.“
Gewonnen hat heute Norbert Schele aus der Spreestraße  in Kiekebusch. Er schreibt: „Ich habe damals als Lehrling von der Straßenbahn aus immer mit großen Augen auf die weinroten Volvos der Kraftverkehrsflotte geguckt. Die gab es damals schon.“