Cottbus: Rechts der Bäcker, links die Tuchfabrik

Im Hintergrund die Oberkirche und der Platz mit seinen hohen Bäumen.

Rechts der Bäcker, links die Tuchfabrik: Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße in Cottbus.
Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße in Cottbus.

„Wir schauen aus nördlicher Richtung gen Süden durch die Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße direkt auf die Oberkirche St. Nikolei“, schreibt Frank Irmer aus der Cottbuser Philipp-Melanchthon-Straße. Weiter: „Das Bild könnte aus den 1970ern stammen. Die Häuser rechts zwischen Münz- und Klosterstraße mussten in den 1980ern dem Wendischen Viertel weichen. Heute ist dort ein Parkplatz. Rechts sehen wir die 1882 gegründete Tuchfabrik der Gebrüder Fritsch, später Grotex. Nach Pfennigpfeifer und Rudis Resterampe folgten Bauquerelen, zuletzt die Ankündigung von Luxuswohnungen. Dieser Plan ist noch nicht verwirklicht.“

Petra S. May mailt: „Wieder ein schönes Cottbusfoto aus der Turnstrasse, jetzt Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße. Rechts im Wohnhaus gab es einen Bäcker. Der kleine Sohn Moritz biss mir in die Wange. Wir waren ca. 5 Jahre alt. Zum Trost bekam ich eine Süßigkeit und die Wunde wurde mit Niveacreme behandelt. Moritz bekam Schimpfe. Heute ist dort ein Parkplatz. Gegenüber aus der alten Fabrik sollen Eigentumswohnungen entstehen, aber die Zeitung schrieb, der Geschäftsführer sei samt Kasse verschwunden.“

Die heutige Situation. Leserfoto: Dieter Leubauer

„Das ist die heutige mit Sicht auf die Oberkirche“, erkannte auch Erika Giller aus der Grabenstraße in Kolkwitz, und Manfred Gnida vom Weinberg aus Spremberg sieht „die ehemalige Turnstraße mit angrenzender Münzstraße und Kreuzgasse. Links das Gebäude mit Türmchen war die Geschäftsstelle der SVK, später der AOK-Nord. Das rechte Gebäude wurde abgerissen. Das linke Gebäude ist stark mit den Tuchfabrikanten Robert und Albert Fritsch verbunden, also ein Ort der Cottbuser Tuchgeschichte. 56 mechanische Webstühle und 4 Handwebstühle klapperten hier in den 1920er Jahren. Die Fabrik wurde 1947/48 enteignet und der Cottbuser Wollwarenfabrik angegliedert.“

Jürgen Klingmüller schreibt: „In dem schönen Haus rechts wohnte zu meiner Schulzeit der ABV (Abschnittsbevollmächtigter der Deutschen Volkspolizei). Linkerhand entstehen z.Z. hochpreisige Wohnungen.“ Nachdenklich formuliert Siegfried Krusche aus der Drebkauer Straße in Cottbus: Als ‘Zugezogenem’ bewegt mich die Frage, ob das stattliche Haus rechts 1978 noch stand. Vielleicht auch nur noch als schon leergezogene Ruine… Vielleicht habe ich aber auch nur ein ähnliches Foto vor Augen. Erinnerungen sind ja manchmal trügerisch.“

Die Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße, um 2014.
Die Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße, um 2014. Leserfoto: Jürgen Klingmüller

„Drei Jahre führte an jedem Schultag der Weg zur EOS in der Puschkinpromenade dort entlang“, erinnert sich Fritz Dieter Buddrus. Ein Jahr wurde meine Klasse in der Spremberger Vorstadt unterrichtet. Der Weg hinter dem linken Gebäude führte zum Eingang einer großen Schneiderei, wo Anzüge und Kleider für die damals gut besuchten Abschlussbälle der Tanzschulen angefertigt wurden. Hinter dem Fotografen befand sich auf der Ostseite der Straße ein ganz wichtiger Ort zum Thema Sportmedizin. Hier stoppten Ärzte im Frühjahr 1968 meine Radsportträume beim SC Cottbus.“

„Das imposante Gebäude rechts direkt angrenzend an den Puschkinpark wurde leider mit der Neubebauung des Wendischen Viertels in den 80er Jahren abgerissen“, bedauert auch Reinhard Semt. „Vorn rechts ging es in die Münzstraße, wo ich lange gewohnt habe. Das Eckwohnhaus und die Straße gibt es nicht mehr“, ergänzt Klaus Reiter, und Günther Aschenbach erinnert eifrige Leser: „Zu den Häusern auf der linken Seite wurden ausführlich in der Lösung des Rätselbildes vom 5.2.26 (Blickrichtung entgegengesetzt) Informationen gegeben.“ Danke Hans-Dieter Schubert auch für dieses Bild.

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