Cottbus: Sie zog Kohle durch den Badepark

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Die Lok 001, zur Zeit zwecks Generalreparatur in ihre Einzelteile zerlegt, kam von der Waldeisenbahn Bad Muskau, also Lösung B

Die kleine Lok aus Bad Muskau fährt schon seit 1954 im Branitzer Vorpark
Herr oder Frau Heilmann aus der Stadtpromenade 10 in Cottbus, unser/e heutiger Gewinner/in, hat gleich eine Bildfolge beigefügt, die unter anderem eine Lok unseres Typs schwarz qualmend an der Spitze eines Kohlezuges zeigt, den sie durch den Muskauer Badepark schleppt. Möglich, dass es sich um unsere gesuchte 99 0001 (DR-Nummer ab 1954 in Cottbus) handelt. Beurkundet ist nur, dass diese Lok 1948 im Halbendorfer Braunkohlenwerk eingesetzt war. Wir gehen davon aus, dass sie dann nach Bad Muskau kam und von da 1953 oder 1954  ins Cottbuser Reichsbahn-Ausbesserungswerk (heute Bahnwerk), wo sie für die Pioniereisenbahn fein gemacht wurde.
In diesem Sinne antwortet auch unser eifriger „Damals war’s“-Korrespondent Jürgen Klingmüller aus der Cottbuser Willy-Brandt-Straße: „Richtig ist die Lösung B. Mit dieser Lok (Brigadelok 01) aus Bad Muskau begann vor 60 Jahren der Betrieb der Pioniereisenbahn. Bevor sie ihren Dienst aufnahm, wurde sie in  freiwilligen Arbeitseinsätzen im RAW Cottbus ertüchtigt. Die rüstigen Reichsbahn-Pensionäre Hermann Bett (Oberlokführer) und Robert Müller (Heizer), waren das erste Lok-Personal.“
Jens Pumpa aus der Rostocker Straße hat sich mit beiden Dampfloks der Parkeisenbahn beschäftigt: „Diese Lok zog den Eröffnungszug der Pioniereisenbahn am 1. Juni 1954. Sie wurde im Jahr 1918 von der Lokfabrik Linke und Hoffmann gebaut. Sie war als Werklok im Braunkohlenwerk ‘Frieden’ in Halbendorf eingesetzt. Anfang 1954 kam sie in das RAW Cottbus. Die Lok 04 ‘Graf Arnim’ wurde 1895 bei Kraus in München gebaut. Hinter ihr verbirgt sich die Lok 99 3301 der ehemaligen Waldeisenbahn Muskau. Sie kam 1968 nach Cottbus und fuhr hier seit April 1970. Diese Lok ist die älteste (theoretisch noch) betriebsfähige 600 mm-Schmalspur-Schlepptenderlok Deutschlands.“
Klaus Herold schreibt „Ich muss raten, da ich keine Quelle habe: Mir ist dunkel in Erinnerung, dass solch eine Lok ursprünglich bei der Muskauer Waldeisenbahn unterwegs war. Damit wäre es die Antwort B”.
Aus der Sielower Mittelstraße faxt uns Gerd Voß: „Für die Lösung ist die Betrachtung des Schornsteins dieser Lok von entscheidender Bedeutung. Die Rauchabzugsvorrichtung nennt man auch Kobel (wie den Bau eines Eichhörnchens). Dieser Funkenfänger (nach Erfinder Rose) verhindert vollständig den Funkenflug und minderte die Brandgefahr in der Muskauer Heide. Die Erfindung bestand darin, dass eine Verwirbelung der Abzugsgase im Kobel stattfand. So erreichte kein glühendes Partikel den Waldboden. Die Waldeisenbahn transportierte meist Holz aus den Wäldern. Es wurden auch Betriebe, wie die Papierfabrik Köbeln, mit Kohle und anderen Gütern versorgt. Das Gleisnetz reichte bis Weißwasser und nach Pechern an der Neiße.“
Frau Schiemenz freut sich, dass unser Rätselbild gerade am Jubiläumswochende des Tierparks (und der kleinen Eisenbahn) den langjährigen Tierparkdirektor Klaus Jürgen Jacob zeigt. „Wir erinnern uns im Bekanntenkreis sehr gern an seine unterhaltsamen Veranstaltungen ‘Beim Tierparkdirektor zu Gast’. Er konnte informativ und zugleich humorvoll plaudern. Schade, dass es diese Art der sommerlichen Veranstaltungen gar nicht mehr gibt.“
Danke allen Einsendern. Die gezeigte Lok ist zwar  nicht
im Einsatz, aber Dampf gibt’s dieses Wochenende trotzdem beim Jubiläum der Parkeisenbahn.