Cottbus. Viele Leser haben den Packhof in der Berliner Straße erkannt. Hier sind jetzt Wohnungen entstanden und das Gelände wird weiter genutzt

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Wo früher Pferdewagen Fässer fuhren Packhof in der Berliner Straße wurde 1844 gegründet / Heute Wohnungen
Wir haben wieder viel Post zu unserem „Damals-war’s“- Bild bekommen.
Georg Müller hat eine Vor-Ort-Besichtigung vorgenommen: „Es geschah im Jahr 1844; im April des Jahres höchstamtlich beschlossen und im Oktober gegründet: eine Pferdeeisenbahn zwischen Goyatz und Cottbus. Am 24. Juni 1846 setzten sich die ersten Haferkameraden auf der fast 32 Kilometer langen Strecke in Bewegung. Im Gründungskapital von 273 000 Talern war auch die Errichtung des rätselgenannten Packhofes samt Zollstation in der Berliner Straße 130 enthalten. 33 Jahre lief das Geschäft, dann wurde zwischen Schwielochsee und der Lausitzstadt ja alles etwas moderner.
Nunmehr, das Hauptgebäude längst zum Baudenkmal erklärt, sieht man ein gewissenhaft rekonstruiertes zum Wohnreihenhaus befördertes Etablissement vor sich. Die Baulichkeiten zur Rechten und Linken der Stirnseite des erhaltenen Mehrgeschossers sind verschwunden und grenzen an das Privatgelände der Cottbuser Niederlassung von Isolierungen Leipzig, zu DDR-Zeiten Domizil eines Maschinenbauhandels.“
Annemarie Grimmler bestätigt: „Der Packhof befand sich in der Berliner Strasse, sodass Buchstabe A richtig ist. Vor einigen Jahren fand im Rahmen des Modellstadtprojektes ein Rundgang durch die Bahnhöfe der Stadt sowie mit ihnen verbundener Gebäude unter der sehr kompetenten Leitung von Prof. Dr. Thiel von der BTU Cottbus statt. Natürlich führte uns der Weg auch zu diesem interessanten Relikt des einst so wichtigen Umschlagplatzes der ehemaligen Pferdebahn. Es freute uns Teilnehmer an der Tour sehr zu sehen und zu hören, dass man dabei war, die noch vorhandenen Gebäude zu rekonstruieren und einer neuen Nutzung zuzuführen.
Da mein Vater in den fünfziger Jahren bei einer Firma, die Maschinen und Fahrzeugteile (?) vertrieb und sich auf diesem Grundstück befand, beschäftigt war, kenne ich dieses Grundstück sehr gut. Damals war es um eigene Betriebsküchen wahrscheinlich noch nicht so gut bestellt, jedenfalls brachte ich meinem Vater jeden Tag, während der Arbeitswoche nach der Schule, das von meiner Mutter zubereitete Mittagessen in sein dortiges Büro. Da ich mich über den Fortgang der Arbeiten lange nicht informiert habe, nehme ich das Bilderrätsel im Märkischen Boten gleich als Anlass, einmal wieder einen Blick auf das Grundstück in der Berliner Straße zu werfen. Danke für die Anregung!“
Katrin Lehmann merkte an: „Die Pferdeeisenbahn wurde bis 1879 betrieben und führte von Cottbus nach Goyatz. Der Packhof in der Berliner Straße war das wirtschaftliche Zentrum der Pferdeeisenbahn.“
Herbert Ramoth teilte uns mit: „Der einstige Packhof, der älteste Cottbuser Verkehrsbau und gleichzeitig ein historisch wertvolles Industrie-Denkmal, steht in der Berliner Straße.
Mit der Eröffnung der Cottbus-Schwielochsee-Eisenbahn im Jahre 1846 – es war eine Pferdeeisenbahn – bildete der Packhof in der Berliner Straße den wirtschaftlichen Mittelpunkt dieser Pferdeeisenbahn, die bis 1879 von Cottbus bis Goyatz auf einer Länge von 31 km betrieben wurde. Sie diente in erster Linie dem Güterverkehr. Die Bewältigung dieser Entfernung mit Packwagen, die von Pferden auf Schienen gezogen wurden, dauerte über 30 Stunden und war demzufolge für die Personenbeförderung nicht lukrativ. Der Packhof erfüllte auch nach der Ära Pferdeeisenbahn seine Funktion, zumal die Industrialisierung auf allen Gebieten in der Folgezeit sprunghaft zunahm. Der Packhof diente auch als Zollstation.
Erfreulich ist, dass dieses historische Gebäude die Kriegswirren überstanden hat und danach von Abrissabsichten verschont geblieben ist.“
Gabriele Leser erzählte am Telefon: „Am Tag des offenen Denkmals sind wir vom Spreewaldbahnhof bei einem Rundgang auch am Packhof vorbeigekommen. Da hat uns Dora Liersch von Heimatverein ebenfalls interessante Informationen gegeben und ich habe erstmals mehr über den Packhof erfahren können.“