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Der BURKBRAUN Schokoladenverkauf in Cottbus - Märkischer Bote Der BURKBRAUN Schokoladenverkauf in Cottbus Der BURKBRAUN Schokoladenverkauf in CottbusMärkischer Bote
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Der BURKBRAUN Schokoladenverkauf in Cottbus

Bilder aus dem alten Cottbus, Damals war´s | Von | 28. März 2024

„Das war die leckerste in der Stadt“ – Der ideale Standort für den BURKBRAUN Schokoladenverkauf / Später für Bratwürste.

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Firmen-Briefkopf des Cottbuser Schokoladenhauses

Wolfgang Rosenow aus der Jänschwalder Straße in Cottbus stieg ganz familiär in das Cottbuser Schokoladenthema ein: „Der Pavillon verschwand wegen der Elektrifizierung mit der alten Bahnhofsbrücke. Dieses Kleinod diente ursprünglich der Schokoladenfabrik Burk&Braun als Filiale. Der Name setzte sich aus den Besitzern Burk und Braun zusammen. Später war es für die Reisenden und Passanten zumeist eine Zwischenstation, um im dortigen HO-Imbiss rasch eine wohlschmeckende Bockwurst und ein Getränk zu genießen.
Der Fabrikantensohn Lothar Braun hatte keine Ambitionen, die Firma zu übernehmen und wurde Arzt, war später auch als Betriebsarzt in der Schnapsfabrik ‘Melde’ und als medizinischer Betreuer der Rennfahrer auf der Radrennbahn tätig. Auch sein Sohn Peter, seine Tochter Ilona, bekannt unter dem Namen Fuchs, und sein Enkel wurden Mediziner. Der Enkel Kay-Patrick praktiziert heute noch in Cottbus. Die Schokofabrik befand sich in der heutigen Karl-Liebknecht-Straße, später dann als ‘„Naco’ und ‘Konsü’, in deren Umgebung es angenehm nach Keksen und Weihnachtsgebäck roch. Ich hatte zu dem Pavillon ein besonderes Verhältnis, indem ich mir während der Schulzeit nebenan als Verkäufer von Eis am Stiel das Taschengeld aufbesserte.“
Herbert Ramoth schwelgt diesmal: „Einst Schokoladen-, dann 1a-Bockwurst-Verkauf im Burkbraun-Häuschen am Bahnhofsberg in Cottbus. Wie oft ich dort die heiße Bockwurst mit Brötchen gegessen habe, weiß ich nicht mehr, aber dass sie einmalig gut geschmeckt hat, ist mir noch in bester Erinnerung. Natürlich gab es auch Brause, Cola, Pralinen, Spirituosen und vieles mehr. Die Verkäuferinnen habe ich bewundert, wie sie unter nicht einfachen Arbeitsbedingungen immer freundlich bedienten, auch bei zeitweise großem Andrang. Meine Recherche zur Geschichte des Burkbraun-Häuschens ergab dann: Am idealen Werbestandort befand sich seit 1919 bis zum Weltkrieg auf dem Bahnhofsberg ein spiegelnder Laden mit glitzernden Vitrinen. Konfekt und Schokolade der Firma Burk & Braun wurden über Ladentheken aus edlen Hölzern verkauft. Der Standort nahe Bahnhof und Straßenbahn war ideal für Rei

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Das Häuschen stand für Burkbraun-Schokolade.

sende, um sich hier ein süßes Mitbringsel oder Reiseandenken von Cottbus zu erwerben. Der Cottbuser Kaufmann Heinrich Burk und der Leipziger Werkmeister Paul Braun waren die Gründer dieser Firma. Aus den zusammengefügten Familiennamen entstand die Firmenbezeichnung. Anfangs hatte die Firma 500 Beschäftigte, nach zehn Jahren waren es bereits 1500. Das Sortiment wurde ständig erweitert. Die Stadt verdankt den Fabrikanten auch die erste Osterwiese (1928) auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz (Brandenburger Platz). Im zweiten Weltkrieg wurden die Betreiber verpflichtet, Fliegerschokolade herzustellen. Auch Gewehrmunition musste hergestellt werden. 1945 begann die Demontage der Produktionsanlagen. Die Enteignung der Firma war das Ende der Erfolgsgeschichte.“ Ramiro Lehmann aus Sielow schreibt: „Das war wohl der berühmteste Kiosk in Cottbus und weit über die Stadtgrenze bekannt. Viele (ich auch) schwärmen heute noch von der ‘weltbesten’ Bockwurst – mit Brötchen 85 Pfennig. 1981 bekam ich als Stammkunde mehrere Flaschen Pfeffi für meinen Polterabend, was damals Bückdichware war. Dieser wunderschöne Kiosk wurde 1919 als Verkaufspavillon für die Schokoladenfabrik Burk& Braun gebaut und stand in der Kaiser-Friedrich-Straße gegenüber der Alvenslebenkaserne. Ein kleiner Lichtblick in der baulichen Geschichte von Cottbus: Der Pavillon wurde dort nicht abgerissen, sondern in die Bahnhofstraße an der nördlichen Brücke umgesetzt. 1940 bekam er sogar eine eigene Anschrift: Bahnhofstraße 39. Das Schild ‘Schnellimbiss’ kam viel später.“ Auch Horst Klausch aus der Willy-Brandt-Straße in Cottbus freut sich: “Wir sehen das Burkbraun-Häuschen am Bahnhofsberg. Hier wurden bis zum II. Weltkrieg Konfekt und Schokolade der Firma Burk & Braun verkauft. 1986 wurde die Bahnhofsbrücke renoviert, und das schmucke Häuschen aus unerfindlichen Gründen abgerissen. Geblieben sind nur die Cottbuser Kekse, die auch noch im Handel erhältlich sind, und z.B. die Familie Wikana in Lutherstadt Wittenberg herstellt. Der Cottbuser Postkutscher ist auf der Umhüllung und jedem einzelnen Keks abgebildet. Danke für das schöne Foto, das bei mir viele ‘schmackhafte’ Erinnerungen auslöst.“ Aus dem “Alten Land” grüßt die Cottbuserin Renate Brinke: „Bin grade in Urlaub gefahren und habe schnell die Zeitung eingesteckt. Nun angekommen, freue ich mich über das Rätsel. Ursprünglich wurde hier Schokolade verkauft. Später wurde daraus der Imbiss mit toller Bockwurst und leckeren Brötchen. Leider wurde dieses nette Kleinod im Zuge des Umbaus der Bahnhofsbrücke abgerissen.“ Klaus Pobig erinnert sich: „Als ich in Cottbus 1972 mit dem Studium begann, habe ich hier auf dem Weg zum Bahnhof immer eine Bockwurst gegessen. Das war die leckerste in der Stadt.“ Jens Pumpa informiert: „Die Firma Burk & Braun betrieb dieses kleine Gebäude bis 1945 als Verkaufsstelle für ihre Produkte. Aus dieser Zeit stammt auch das Krebs-Zeichen über dem Eingangsbereich. Zu DDR-Zeiten war das ein HO-Schnellimbiss. Neben der schmackhaften Bockwurst mit Brötchen gab es Bier, Brause, auch Fischbrötchen, Milch, Pralinen, Schokolade, Schnaps. Der kleine Laden hatte einen großen Verkaufstresen und einige kleine Wandtische an den Fenstern. Das Warenlager war im Keller, eine steile Treppe hinunter. Auch Michael Kuhrt aus der Cottbuser G.-Moritz-Straße weiß: „Im abgebildeten Häuschen bot die Schokoladenfirma Burkbraun ihre Waren an. Es wurde 1986 mit der Rekonstruktion der Bahnhofsbrücke leider abgerissen.“ Manfred Gnida aus Spremberg fand heraus: „Frühere Zeitzeugen berichten, es war ein fein verspiegelter Laden mit glitzernden Vitrinen, die Ladentheke aus erlesenem Holz, geschliffene Schaufensterscheiben und drinnen sorgte ein Mohr mit seinem wackelnden Kopf und Gliedern zur Kinderbelustigung. Konfekt oder Schokolade der Firma Burg & Braun wurden gern als Reiseandenken oder Mitbringsel gekauft. Ein Erzeugnis der Firma war auch ab 1926 die Radium-Schokolade, die angeblich Wunderwirkungen bringen sollte und als Deutsches Reichspatent ein Verkaufsschlager war und auch Wehrmachtsfliegern gegeben wurde.“
Wissenschaftliche Untersuchungen nach 1990 ergaben allerdings, dass auf dem Werksgelände zu keiner Zeit mit radioaktiven Substanzen gearbeitet wurde. Radiumschokolade war wohl ein Werbegag…
Weitere Beiträge über das historische Cottbus finden Sie hier!



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