Allein die wieder aufgebaute Kirche blieb wie ein Mahnmal bewahrt.

„Was für ein schöner Anblick!“ schreibt Herbert Ramoth aus Cottbus. „So sah der historische Markt der Stadt Forst vor rund 100 Jahren aus! Dicht bebautes Stadtzentrum, die Gebäude im Baustil der Jahrhundertwende errichtet – der Markt als wirtschaftliches und soziales Zentrum der Stadt mit zwei Hotels, mehreren Geschäften, Cafés und Restaurants. Die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges zerstörten die meisten dieser historischen Gebäude und nichts blieb mehr von dem einst so prachtvollen Stadtbild. Einzig die Kirche St. Nikolai, die nach teilweiser Zerstörung wieder aufgebaut wurde, blieb gewissermaßen als Mahnung erhalten.“
Burkhard Bender aus der Vetschauer Straße in Cottbus schildert: „Links im Bild das stattliche Kaufhaus Loewenstein Nachfolger, daneben das Hotel Pittius und das Hotel Mohr mit einer Bank (hier Dresdener Bank) im Erdgeschoss. Und im Gastraum Mohr prankte der Spruch WO TUCH MAN MACHT UND SCHEENE WORSCHT, WO’S PLINZE GIBT, DER ORT HEESST FORSCHT (so auf einer Ansichtskarte zu sehen). Am Bildrand die Forster Stadtkirche St. Nikolai. Die Kirche steht wieder in alter Pracht da, der Rest der Bebauung ging durch die Kriegshandlungen in der letzten Wochen 1945 bis Kriegsende unwiederbringlich verloren.“
Frank Irmer aus Cottbus ergänzt: „Das ganz linke Haus war das Kaufhaus des jüdischen Kaufmanns W. Loewenstein. Auf einem Bild um 1910 ist es noch wesentlich kleiner. Links daneben schliesst das Hotel Pittius und dann das Erste und Größte Hotel, Mohrs, an.“ Arno Schulz aus Guben schreibt: „Zu Guben passt dieses Häuserensemble nicht, auch nicht zu den zerstörten Gebäuden. Auf dem Ratebild sind Wohn- und Geschäftshäuser von Forst abgebildet, die am Marktplatz standen. Da diese Häuserreihe im Krieg zerstört wurden, konnte ich nur auf Fotos mit den Gebäuden zurückgreifen.“ Klaus Reiter notiert: „Wir sind in Forst am Marktplatz, Nordseite. Dort stand das größte Hotel „Mohrs“ im Besitz von Emil Borchert. Im Hotel befanden sich 50 Gästezimmer. Links davon befand sich das Hotel „Pittus“ im Besitz von Frau Magarete Geusert. Leider wurden beide am 22.2.45 zerbombt. Von der gesamten Straße ist fast nichts mehr vorhanden.“

Bei Manfred Gnida vom Weinberg aus Spremberg lesen wir: „Eine schöne Häuserzeile, die es leider nicht mehr gibt. Der Marktplatz in Forst, Kernstück der Stadt, war einst in allen Richtungen umbaut, im Mittepunkt die Stadtkirche. Nicht im Bild zu sehen ist an der Ostseite das ehemalige Rathaus, an der Südseite Cafe Schwabe und Tuchhandlung Noack und die Westseite mit Butterhandel, Wild-und Geflügelverkauf Reinfeldt sowie Adler-Apotheke. Die Reihe hier beginnt mit dem Kaufhaus Löwenstein, das um 1900 noch ein kleines Ladengeschäft war. Das Nebengebäude ist das Hotel Pittius, an dem man auf alten Ansichten den Namen Carl Ranft findet. Später war Margarete Geusert oder Seyfert, 1939 schließlich Martin Seyfert. Am Markt 4 folgte das ‘größte und komfortabelste Hotel am Platze’ – Mohr`s Hotel; Besitzer war Emil Borchardt. Er bekam 1892 den Titel `Stärkster Mann der Welt’. Leider wurde im Februar 1945 die Stadt ca.80 Prozent durch Kriegshandlung zerstört und das betraf auch diese Gebäude.“
S. Sachse mailt: „Nur Ansichtskartensammler werden diesmal zu Wort kommen, denn die Häuserfront ist komplett im Krieg vernichtet worden. Nur die Mauerkante der Forster Kirche links ermöglicht das Zuordnen zum einstigen Forster Markt. Es gab in den Jahren nach der Wende mehrfach Ansätze, dem Markt wieder erlebbar zu bebauen, wie das auch in anderen Städten, zum Beispiel Lübben, gelungen ist. Leider fanden sich für solche Vorhaben in Forst wohl keine Mehrheiten, und auch der Ministerpräsident hat sich in dieser Hinsicht nie für seine Heimatstadt stark gemacht. Sehr schade.“
Danke allen, die uns schrieben, auch jenen die nicht zitiert wurden.
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