
Frankfurter Straße mit Hotels, Handwerk und Kino an der Neiße
Walther Schorg erinnert sich: „Ein Ausschnitt dieser Ansicht der Frankfurter Straße mit dem Elektrohaus Pahms war vor einiger Zeit als Rätselbild zu sehen. Es ist das markante Eckhaus, rechts geht es in die Alte Poststraße hinein. Der Fotograf stand also auf der Neißebrücke. Diese Ansicht zeigt die ganze Pracht der Straße mit einer Fülle an Geschäften und Gastronomie, von der heute leider nicht allzu viel übrig ist. Beim genauen Suchen ist die Oberleitung für die Straßenbahn zu erkennen, auch die Autos weisen auf die Zeit der 30er Jahre.“
Bärbel Koschack fand heraus: „Laut ‘Perle der Niederlausitz – Teil 2’ ist es ein Foto von 1930. Allerdings fehlen scheinbar die Straßenbahnschienen, denn seit 1904 fuhr sie hier entlang.
Rechts das Gebäude ist das Café Schönberger, Alte Poststraße 1, neu erbaut 1906. In den oberen Stockwerken befand sich das Centralhotel und zur Neiße hin das Café mit einem herrlichen Balkon, der die gesamte Breite des Hauses einnahm. Im Parterre befanden sich noch andere Geschäfte wie der Zigarrenladen von Richter & Franke. Gegenüber, in der Frankfurter Stra-
ße 1, erbaut 1891, waren unter anderem das Zigarrengeschäft von Krüger & Oberbeck, die Chemische Wäscherei und Färberei von Ernst Schütze, wie auch der Frisör Clemens Griebel – er ist mir noch von eigenen Besuchen nach dem Kriege bekannt – sowie Elektro Pahms. Die Frankfurter Straße 2 war das Hotel Hohezollern von Julius Bedarf, später Restaurant Liebenau, auch ‘Klosterstübl’ genannt. Die drei Türchen auf dem Dach gehören zur Nummer 2. In der Nummer 3 war die Manufaktur und Konfektionswarenherstellung der Familie Hirsch zu finden, später Wäsche- und Strickwaren von Kurt Walter. Nummer 4 bewohnte der Konditor und Bäckermeister Paul Thamm. Nummer 5 war das Spielwaren-, Puppen- und Kurzwarengeschäft der Familie Flach, gegründet 1811. Nachfahren betrieben es noch viele Jahre in der DDR, Frau Flach wohnt noch in diesem Haus. Ihre Schwiegertochter gründete nach der Wende einen Eisladen, der sich heute noch dort befindet. Im ‘Jahrbuch für Gubener Geschichte’ von Andreas Peter, erschienen erst im letzten Jahr, ist die Geschichte der Familie Flach ausführlich nachzulesen.
Auf der linken Seite am Bildrand steht ein Kino, erbaut 1907. Unter dem Namen ‘Lichtspiele Neißebrücke’ bestand es bis 1928, dann wurde es umbenannt in ‘UFA Filmtheater’. Eröffnet wurde es 1907 als ‘Metropol’. Durch Kriegseinwirkungen wurde es leider zerstört.“
Vielen Dank allen Ratefreunden. Ein Bild im Rahmen gewinnt diese Woche Walther Schorg. Herzlichen Glückwunsch!





