Bitte aktiviere / Please enable JavaScript![ ? ]
Guben: Eine Katze für Zahnarztpatienten - Märkischer Bote Guben: Eine Katze für Zahnarztpatienten Guben: Eine Katze für ZahnarztpatientenMärkischer Bote
Donnerstag, 30. Juni 2022 - 07:08 Uhr | Anmelden
  • Facebook

header-logo

Stark bewölkt
17°C
 
epaper
Anzeigen

Guben: Eine Katze für Zahnarztpatienten

Bilder aus der alten Neißestadt Guben | Von | 31. Januar 2014

damals140201gu

In diesem Haus, Uferstraße 19, praktizierte Fritz Kucher

Praxis von Fritz Kucher noch gut in Erinnerung / KIB-Station
Die unscheinbare Hinterhofaufnahme entpuppt sich jedoch als recht bekannte Gubener Adresse. Petra Hirthe mailt: „An diese Ansicht kann ich mich noch gut erinnern. In dem abgebildeten Haus, welches einmal in der Marceli-Nowotko-Straße stand, war eine Zahnarztpraxis. Vielleicht war es damals schon einmal die Uferstraße, heute ist es die Uferstraße. Als Kind ging meine Mutter mit uns zu diesem Zahnarzt. Er ging nicht zaghaft mit seinen Patienten um. Alles, was auf dem Bild zu sehen ist, existiert nicht mehr. Die Fläche ist ein Parkplatz geworden.“ Siegfried Primke erkannte ebenfalls die Marceli-Nowotko-Straße wieder und ergänzt: „Das ist das Gelände des KIB. Da stehen die Kleinbusse ‚Phänomen‘, später ‚Rubur‘ genannt. Hier war die Werkstattannahme, und die Werkstatträume wurden später ausgebaut, soweit ich mich recht erinnere.“ Besonders lebendige Erinnerungen schildert Barbara Trommer: „Die Zahnarztpraxis von Fritz Kucher kenne ich ziemlich genau. Er war mein Papa. Deswegen war ich selbst oft dort. Es war sehr schön, bei der Arbeit zuzugucken – nicht bei der Arbeit am Patienten, sondern abends bei den Arbeiten an Zahnprotesten, Brücken und anderem. Später habe ich auch  mitgeholfen, oft saßen wir bis spät in die Nacht. Was heute unvorstellbar ist: er war ganz allein ohne Schwester tätig. Sogar seine eigenen Zähne behandelte er selbst, und er zog sich auch selbst seine Zähne, wenn’s nötig war. Wenn Patienten ganz lieb waren, bekamen sie zur Beruhigung eine Katze auf den Schoß. Wenn sie jedoch zu doll gedrückt wurde, rannte sie weg. Mein Vater wohnte im Erdgeschoss rechts, direkt hinter der Praxis. Und er war neben den offiziellen Dienstzeiten, auch sonntags, immer da, wenn jemand klingelte. Hinten gab es einen großen Garten mit vielen Obstbäumen, vor allem viele alte Apfelsorten. Mein Vater pflegte sie mit sehr viel Liebe. Außerdem war er ein leidenschaftlicher Angler.Neben ihm, links auf dem Bild, wohnte Familie Kowalski im Erdgeschoss, die Namen der Mieter aus dem Obergeschoss weiß ich nicht mehr.Auf dem Bild fehlt bereits eine hohe Tanne in der Mitte, dort haben wir immer die Fahrräder abgestellt. Wann sie gefällt wurde, weiß ich nicht.Mein Vater hat bis etwa 1973 seine Praxis betrieben. Weil es keinen Nachfolger gab, wurde die Praxis geschlossen. 1998 ist er verstorben, Weit vorher zog er aber dort aus. Das Haus wurde in der Wendezeit abgerissen.“Viele Details fand erneut Bärbel Koschack heraus: „Das Foto wurde in den 80er-Jahren in der Marceli-Nowotko-Straße aufgenommen. Man sieht im Hintergrund die Nummer 19. Es ist das Haus des Dentisten Fritz Kucher. Nach dem Krieg hat er dort gewohnt und praktiziert. Vor 1945 hatte er seine Praxis in der Herrenstraße 18, wohnte aber schon in diesem Haus. Die ehemalige Uferstraße war nach dem Krieg in Marceli-Nowotko-Straße unbenannt worden, nach dem polnischen Arbeiterführer, der von 1893 bis 1942 lebte. Nach der Wende wurde es wieder die Uferstraße. Das Haus Nummer 19 war lange unbewohnt, der Garten wurde später vom VEB KIB als Abstellplatz benutzt (Robur-Busse rechts). Die Firma Dulitz nutzt das Gelände heute, nachdem das Wohnhaus abgetragen wurde. Ich selbst kannte die Nummer 19 wie auch die Nummer 17, links davon, als belebte Häuser von vielen Familien bewohnt. Von 1950 bis ‘55 wohnte ich im Haus rechts davon, Nummer 25. Es war das 1949/50 neu erbaute Büro- und Wohnhaus des damaligen KWU (Kommunales Wirtschaftsunternehmen) später KIB. Im Parterre befanden sich Büroräume und die Werksküche. Im Obergeschoss wohnten zwei Familien – es waren Werkswohnungen. Mein Vater war beim KWU beschäftigt. Es war der Beginn des Busverkehrs in der Stadt und in die umliegenden Orte. Lkw, Motorräder, Pferdekutschen samt Pferde und Reparaturwerkstatt mit Schmiede gehörten dazu wie auch die Müllabfuhr. Hinten auf dem Hof wohnten  noch zwei Familien. Dank dem fleißigen  Fotografen kann man solch ein Bild noch einmal sehen.“

Ein Bild gewinnt Siegfried Primke. Glückwunsch!



Anzeige

Kommentar schreiben

Kommentar


Das könnte Sie auch interessieren: