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Ernst Mucke – Erforscher der Sprache der Wenden

Damals war´s | Von | 7. Oktober 2022

Ernst Mucke

Arnošt Muka / Prof. Ernst Mucke hörte das Wendische Ponaschemu.

Die Sprache der wendischen Dorfbevölkerung unterscheidet sich von Ort zu Ort, ist nicht rein niedersorbisch und schon gar nicht sorbisch. Ein unlösbares Rätsel? Nicht für Arnošt Muka, zu deutsch Prof. Dr. Ernst Mucke, der am 10. Oktober vor 90 Jahren in Bautzen als international hochgeehrter Sprachforscher gestorben ist. Als sein Hauptwerk hinterließ er ein über 2500 Seiten umfassendes Wörterbuch der nieder-wendischen Sprache und ihrer Dialekte. Unermüdlich ist der Forscher noch im fortgeschrittenen Alter nach seiner Pensionierung in den Dörfern bei Bauern, Tagelöhnern und in Kirchen unterwegs gewesen und hat das wirklich Gesprochene erhört, dokumentiert und grammatikalisch aufbereitet. Eine Arbeit von bis heute unschätzbarem Wert für die Identität der Menschen des sorbisch-wendischen Bekenntnisses.
Mucke war der älteste Sohn des Rittergutsbesitzers Jan Jurij Muka und seiner Frau Maria Mitašec aus Großhänchen nahe Bautzen, das heute nicht zum offiziellen Siedlungsgebiet der Sorben zählt. 1854 kam er zur Welt, besuchte 1860 bis 1866 die Volksschule und dann das Gymnasium in Bautzen. Bis 1879 studierte er Theologie, Philologie und Slawistik in Leipzig, und lehrte dann am Gymnasium in Zittau, später in Chemnitz und Freiberg, wo er 1901 Professor wurde.

Schmellwitz

In Schmellwitz sind eine Straße und ein Platz nach Mucke benannt

Er war seit seiner Studentenzeit Förderer und dank elterlicher Gunst auch Mäzen der literarischen und kulturellen “Jungsorbischen Bewegung” und wurde als Herausgeber bedeutender Verbreiter sorbischer Literatur und Presseerzeugnisse. Als Redakteur prägte er die belletristisch-kulturelle Zeitschrift Łužica (1882–1907) und andere Publikationen.
Er gilt als Gründer des Sorbischen Museums in Bautzen, war seit 1874 Mitglied, dann Ehrenmitglied und ab 1922 Ehrenvorsitzender der sorbischen wissenschaftlichen Gesellschaft Maćica Serbska, war zudem Mitglied der Akademien der Wissenschaften in Krakau, Zagreb, Prag, Belgrad, Sankt Petersburg und Warschau sowie der russischen Archäologischen Gesellschaft – ein Gelehrter von universellem Format und mit außergewöhnlicher Nähe zu einfachen Menschen. Muka erhielt viele Orden und Ehrungen. In Cottbus-Schmellwitz würdigt ihn eine Ernst-Mucke-Straße und seit 2002 gibt es im gleichen Stadtteil den Ernst-Mucke-Platz. H.

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