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Ernst Rulo Welcker: Ein Arzt, von dem zu lernen war

Bilder aus dem alten Cottbus | Von | 9. Dezember 2022

Prof Welcker

Prof. Dr. Ernst Rulo Welcker leitete von 1947 bis ‘63 das Krankenhaus

Am kommenden Neujahrstag kann die Medizinische Gesellschaft Ostbrandenburgs 75. Geburtstag feiern. 1953 wurde ihr Gründungstag rückwirkend auf den 1.1.1948 festgelegt, weil damals die medizinisch-wissenschaftliche Arbeit in der Region begann. Prof. Dr. med. habil. Ernst Rulo Welcker (1904-’71), Mitgründer und bis 1963 erster Vorsitzender der Fortbildungsgesellschaft, hat an diesem 3. Advent 118. Geburtstag. Wenn Cottbus sich jetzt anschickt, Stadt einer medizinischen Universität zu werden, haben nächst Prof. Thiem bedeutende Ärzte die Spur dafür gelegt. Welcker entstammte einer Arztfamilie aus dem Raum Sangerhausen, studierte an der Ludwig-Universität Gießen und promovierte 1929 in Halle. Hier übte er sich in der Chirurgie, später in Freiburg in Pathologie. Ab 1933 legte er sich in Greifswald auf Chirurgie fest, habilitierte und dozierte und wurde 1945 Professor. 1946 bot sich dem im NS-Ärztebund belasteten Fachmann eine Chance in Cottbus. Er wurde Chef der Chirurgie im zerbombten Krankenhaus.

Carl-Thiem-Klinikum heute

Das Haus war zu 90 Prozent zerstört. Prof. Welcker moderierte den Wiederaufbau.

Als den hier verdienten Chefarzt Prof. Dr. Brednow der Ruf nach Jena erreichte, trat Welcker ins Amt des Ärztlichen Direktors, das er mit großer Energie und Klarheit bis 1963 innehatte. Als praktischer Chirurg und Wissenschaftler prägte er bis 1970 das Krankenhaus. Er hatte sich noch vor Gründung der DDR in den Landtag und später in den Bezirkstag wählen lassen, um auch auf diesen Ebenen die Gesundheitsfürsorge voranzutreiben. Bis Ende 1949 war unter seiner Ägide das Kran- kenhaus wieder voll funktionsfähig, und 1954 bis ‘56 ließ er die größte Poliklinik der DDR errichten. Dr. Josef Horntrich, einer seiner Nachfolger als Chef der Chirurgie und Ärztlicher Direktor, schrieb 2004 über Prof. Welcker: „Von ihm konnte man lernen, was es heißt Arzt zu sein.“
Welcker publizierte seine Erkenntnisse vielfach und hielt Vorträge im In- und Ausland. Die von ihm auf den Weg gebrachte Medizinische Gesellschaft wird bis heute von hunderten Ärzten rege genutzt. Im Vorsitz folgten der Gynäkologe Dr. Kurt Molitor (1963-72), Dr. Josef Horntrich (1972-96), nach ihm bis 2009 der Anästhesist Dr. Günter Haring, dann der Chirurg Doz. Dr. med. habil. Rainer Kube (2009-22). Ihm folgte im laufenden Jahr die Neurologin Dr. Antje Herwig.
Welcker starb kurz nach Klinik-Abschied 1971. H.

Weitere Beiträge über das historische Cottbus finden Sie hier!



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