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Altes Senftenberg: Ferienfreuden am Senftenberger See

Bilder aus dem alten Senftenberg | Von | 15. Juli 2022

Finnhütte Senftenberger See

Manche volkseigene Hütte fand (und findet noch) Verwendung im privaten Freizeitbereich, berichtet uns Frank

Die praktischen Finnhütten wurden für Kinder der Bergleute aufgestellt. Und viele schöne Erinnerungen hat unser Bild geweckt. Finnhütten waren in den 1970er Jahren und später sehr beliebt in der DDR und standen in vielen Wochenend-Siedlungen zwischen Falkenberger Kiebitz und Pinnower See, natürlich auch am Senftenberger See. Jens Pumpa aus der Rostocker Straße in Cottbus konstatiert also ganz sachlich: “Das Kinderferienlager des Braunkohlenkombinates (BKK) Senftenberg in Großkoschen wurde in den Sommerferien 1973 eröffnet. In jeder Finnhütte im Wald fanden fünf Personen Platz. Im Jahr 1974 kamen weitere Hütten dazu. Außerdem wurde die ehemalige Trafostation zum Bettenhaus mit Hausmeisterwohnung umgebaut. Im Bild sind zwei von 20 Finnhütten zu sehen.“
Frank mailt ganz fröhlich: „Hallo, hier ein Bild meiner Finnhütte, abgebaut im Ferienlager, damals für einen geringen Obolus und etwas verkleinert im Garten wieder aufgebaut mit Hilfe des Freundeskreises. Wann das war und passierte ist nicht mehr bekannt.“
Klaus Hirsch aus Großkoschen, Dresdener Straße, schreibt: „Diese Finnhütten standen in Großkoschen am Senftenberger See, also A ist richtig. ‘Alles für das Wohl unserer Kinder’ – unter dieser Losung wurden an vielen Standorten Kinderferienlager eingerichtet. Dies war auch im Erholungsgebiet Senftenberger See (ESS) so. Bereits in den 70er Jahren begannen die Baumaßnahmen. Es entstanden am ehemaligen Drehpunkt des Tagebaues Niemtsch südwestlich der Ortslage Großkoschen erste Unterkünfte für Kinder. Neben den Finnhütten gab es ein Hauptgebäude mit Versorgungseinrichtungen und großem Saal. Ich war dort einige Male zu Großveranstaltungen und Feiern anwesend. Das Gebäude, direkt am Senftenberger See gelegen, war architektonisch gesehen ein Hingucker. Träger des Kinderferienlagers war das volkseigene BKK Senftenberg. Später kam noch ein Kinderferienlager dazu. Träger war das Kraftwerk Jänschwalde. 1983 wurde stolz das 10jährige Bestehen des ESS gefeiert. Aus einer Fotosammlung anlässlich dieser Feier füge ich zwei Fotos bei (davon hier das rechte). Nach meiner Kenntnis wurden 2000 bis 2002 alle Objekte platt gemacht, um Platz für Neues zu schaffen. Für das Hauptgebäude des Kinderferienlagers viel zu zeitig!“

Ferienlager Großkoschen

Ferienhütten am Großkoschener Strand

Auch Reinhard Borrmann aus der Turower Straße in Cottbus erkannte „das Kinderferienlager des BKK Senftenberg in Großkoschen. Es wurde in den Sommerferien 1973 eröffnet.“
Rudolf Rutzka aus Großräschen erinnert sich: „Neben den gut ausgestatteten Finnhütten gab es eine moderne Großküche und einen geräumigen Speisesaal für Kinder und Betreuer. Die großzügige Anlage garantierte eine schöne Ferienzeit und gute Erholung. Wald und Wasser – was wollte man mehr? Tauchlehrer Klaus Reiter vom Eschenweg aus Cottbus weiß genau: „Da wir viel am Senftenberger See tauchen ist klar, dass diese Hütten in Großkoschen stehen. Insgesamt standen dort 20 Stück. Für 15 DDR-Mark schickten die Eltern ihre Kinder gute 14 Tage zu Spiel, Spaß und Erholung. Dieses Ferienlager gehörte zum VEB BKK Senftenberg. Jedes Jahr konnten sich etwa 600 Kinder in drei Durchgängen vergnügen. Ich selbst bin zehn Jahre als Rettungsschwimmer und stellv. Lagerleiter beim WBK Hoyerswerda tätig gewesen. Die Hütten sind leider nach der Wende abgerissen worden und es ist nur noch ein großer Findling dort. Platz war in jeder Hütte für fünf Kinder, die alte Trafostation wurde Bettenhaus mit eine Hausmeisterwohnung. Erst wurde in zwei Durchgängen gegessen bis das größere neue Haus gebaut wurde. Beliebt waren das Neptunfest, Disco, Wanderungen, Sportfest und Kino. Das war eine herrliche Zeit.“

Finnhütten Senftenberger See

An fröhliches Treiben der Ferienkinder erinnern Fotos, die Klaus Hirsch in seinem Archiv gefunden hat.

Christine Netzker mailt: „Hallo, habe ganz schnell das Rätselbild gefunden: Die Finnhütten befinden oder befanden sich in Grosskoschen am Senftenberger See. Ähnliche gab es auch am Pinnower See. Ich habe zwar bis 1972 in Senftenberg gewohnt, aber da war der See gerade fertig. “ Aber Rainer Wollmann vom Tannenweg in Kolkwitz-Hänchen kennt die Hintergründe: „Die Finnhütten in Großkoschen wurden als Konsumgüterproduktion vom Braunkohlenkombinat (BKK) Senftenberg für ein Kinderferienlager gebaut, denn ab den 1970er Jahren mussten fast alle größeren Betriebe in der DDR Konsumgüter herstellen, gleichwohl die Betriebe dafür nicht konzipiert waren. Der Senftenberger See ging aus dem Braunkohletagebau Niemtsch hervor. Der war von 1938 bis 1966 in Betrieb. Anschließend wurde das Restloch ohne Sanierungsmaßnahmen bis 1972 geflutet. Da keine ausreichenden Sanierungsarbeiten durchgeführt wurden, ist ein Teil der Seeinsel 2018 in die Tiefe gerutscht und das Ufer wurde gesperrt. Zum Glück entstand kein Personenschaden. Der Strand in Großkoschen wurde bis 1973 hergestellt und das Kinderferienlager mit Finnhütten aufgebaut. Zu damaliger Zeit bestanden die Kinderferienlager sonst meistens aus großen Armeezelten. Ein Kinderferienlager mit Finnhütten, Kultur- und Speisesaal, Bettenhaus, Turnhalle, Waschgebäude, Sozialgebäude und Wohnhaus mit Krankenstation wie in Großkoschen war in Zeiten der Mangelwirtschaft der blanke Luxus. Da 1973 die X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Ost-Berlin durchgeführt wurden, wurde das Kinderferienlager als Vorzeigeobjekt benutzt. Zu Wendezeiten ab 1990 wurden viele Betriebe in der ehemaligen DDR abgewickelt. Davon war das Kinderferienlager nicht verschont worden und der Abriss erfolgte 1991. Ab 1992 entstand an gleicher Stelle ein Familienpark mit Ferienhäusern, Sanitärhäusern und Freizeiteinrichtungen. Der Stadthafen Senftenberg wurde 2013 gebaut.“ Danke allen, die sich in die Zeit der Kinderferienlager versetzten.

Weitere Beiträge über das historische Seenland finden Sie hier!



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