Forst: Eisautofahrer erkennt sich wieder

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Das Foto aus der Mittelstraße muss aus den 60er-Jahren stammen

In der Forster Mittelstraße war die HO-Eisdiele beliebt:
Christine Görgen aus Forst griff zum Telefon: „Ich kann mich noch sehr gut erinnern. Das ist die Mittelstraße. Das Geländer ist die Berliner Straße. Ich bin in die Goetheschule gegangen. Das war mein Schulweg. Auf dem Nachhauseweg haben wir gern einen kleinen Umweg hierher unternommen, denn hier gab es die HO-Eisdiele. Gegenüber war die Post, die es heute noch dort gibt. Daneben gab es noch Eis-Gröger. Wir hatten immer genügend Geld. Aber wir bummelten einfach nur durch die Straßen. Es sind sehr schöne Kindheitserinnerungen. Meine Eltern hatten von 1949 bis 1989 in der Straße einen Tante Emma-Laden in der Berliner Straße Ecke Cyrankiewicz-Straße, heute Sorauer Straße.“
Renate Schmidt weiß: „Im Foto ganz links ist eine Fallrinne zu sehen. Das war das Haus meiner Eltern. Von 1936 bis 1945 hatten sie hier ein Fleischerei-Geschäft gehabt. Daneben haben wir gewohnt. Dadurch kenne ich die ganze Straße. Die Eisdiele war früher eine italienische Eisdiele. An der Jalousie, die hier zu erkennen ist, ging es eine Treppe mit vier bis fünf Stufen hoch und wir haben mit den italienischen Kindern oft gespielt. Das war vor dem Kriegsende. Unser Haus ist ausgebrannt. Wir vermuten, dass dies daran lag, dass im Waffengeschäft Nitschke Hitler-Büsten im Keller verstaut waren. Im großen Haus neben der Eisdiele war Taxi Noack drin. Daneben das kleine Haus war die Schmiede Albert Kleemann. Der hatte zwei Kinder, Eberhard und Inge. Es ging dort von der Straße aus zum  Grundstück rein aber auch hinter dem Haus ging es bis zur Bleiche weiter. Die Straße, wo das Auto steht, ist die Mittelstraße. Die ging auch bis zur Amtsstraße. Zu sehen ist auch ein kleines Haus mit drei Zacken. Das war die Wäscherei Zell, die später in die August-Bebel-Straße gezogen ist. Zwischen diesem und dem großen Haus daneben gab es einen kleinen Weg für Fahrräder. Das große Haus war die Spinnerei Haase gewesen. Nach diesem Haus kam der Kohlehandel Orschel. Gegenüber war die Goetheschule. Auf dem Foto ist auch ein Peitschenmast zu erkennen. Dort war das Blumenhaus von Heinz Frenzel zu finden. Hinter dem Blumenlädchen gab es eine Bierkneipe“. Auch der Fahrer des Framo im Foto links hat sich am Telefon gemeldet. Rudi Rosenkranz erinnert sich: „Das war mein Framo mit dem Kennzeichen ZB 2319. Im Jahr 1959 habe ich den Führerschein gemacht. Den Framo erkenne ich sofort, da an der Ladeplatte vor dem Hinterrad eine Kiste für das Werkzeug angebaut war. Der Mann auf dem Foto hinter dem Fahrzeug in dem grauen Anzug bin ich. Der Mann mit der weißen Jacke war der Eisverkäufer. Drei Eisträger halfen beim Reintragen. Eine Kugel Eis kostete damals 20 Pfennig. Als Eisfahrer habe ich alle Eissorten gern gegessen. Der Framo war ein schönes Auto. Später wurde der Framo in einer Werkstatt zum Kombi (siehe Foto) umgebaut, da er als offener Wagen keine Lebensmittel mehr transportieren durfte. Der Wagen ist noch lange weitergelaufen.“

Gewonnen hat Christine Görgen.
Herzlichen Glückwunsch!