
Winfried Himmer schreibt z kurz und knapp: „Das Türmchen ragt in der Robert-Koch-Straße 50 inmitten der Gärtnerei Engwicht empor.“
Dies weiß auch Wolfgang Schenk: „Wir waren früher auch Kunden bei der Gärtnerei Engwicht und sind es auch heute noch. Für Hobbygärtner immer eine Fundgrube. Das Türmchen war anfangs als kleiner Wasserturm gedacht. Heute hat sich Hans-Rainer Engwicht hier einen Platz mit guter Aussicht auf die Stadt und das Umfeld geschaffen.“ Die Gärtnerei Engwicht war zu Zeiten der ‘Rosen- und Gartenausstellung’ (RUGA) 1913 maßgeblich an der Entwicklung des Ostdeutschen Rosengartens beteiligt. Ihr Gründer, Paul Engwicht (1876 -1947), kam als Wanderbursche nach Forst und schaffte es nach ganz oben: 1902 wurde er Vorsitzender des „Vereins der Forster Gärtner und Gartenfreunde“, der die RUGA vorantrieb.
„Auch heute engagiert sich sein Enkel als Vorsitzender des Fördervereins Rosengarten mit ganzer Kraft um dessen Erhalt und die Weiterentwicklung. So hat der ‘Rosen-Paul’ einen würdigen Nachfolger gefunden“, lobt Wolfgang Schenk. Elfriede Bonkatz ergänzt: „Das große Gartenbaugelände von Paul Engwicht reicht von der Magnusstraße bis zur Ziegelstraße Als Kind galt meine Bewunderung dem Türmchen, es war mein Märchenschloss“. Dieses Türmchen birgt eine interessante Geschichte: Paul Engwicht wollte damit seine eigene Wasserversorgung bauen und wette mit den Stadtwerken, dass sein Wasserturm eher fertig sei als ihr Anschluss. Doch der Turm war 1904 noch im Bau, lief bereits Wasser durch die Leitung zum Betrieb hin. Daraufhin ließ Paul Engwicht eine Menge Bier aus der Brauerei Angermüller holen (heute: Autohaus Schulze). Mehrere Tage soll das feucht-fröhliche Fest angedauert haben. Eine einzige Flasche steht als Erinnerung an dieses Ereignis noch heute im Türmchen.
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