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Das Apollo-Theater war das erste Kino in Forst

Flieger im Urlaub schaute Quaks der Bruchpilot mit seiner Tochter
M. Meier schreibt: „Das Rätselfoto zeigt den Friedrichsplatz, wie er vor dem Krieg ausgesehen hat. Das rechte Gebäude war eines von den drei Kinos, die Forst einst besaß. Besitzer des Apollotheaters war ein gewisser Ewald Hoffmann. Im gleichen Haus befand sich noch eine Gaststätte, das „Bräustübel“ und eine Fotohandlung. Die im Hintergrund erkennbare Häuserzeile erstreckte sich von der Poststraße (inzwischen nicht mehr vorhanden) bis zur Thumstraße, die ebenfalls dem Städteumbau weichen musste. Der kleine Laden rechts beherbergte eine Elektrofirma, Peschmann, deren Tochter den späteren Buchhändler Nickel heiratete. Der Name Nickel ist bis heute den Forstern ein Begriff, da ein Sohn die Tradition im „Gutenberghaus“ am Lindenplatz weiterführte. Das Apollotheater wurde bei einem Kriegsangriff völlig zerstört, die anderen abgebildeten Gebäude gab es nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches noch. Heute befindet sich dort ein Teil der Parkplätze für die Anwohner und Besucher.“
Ingeborg Faustmann erinnert sich: „Hätte das Apollo-Theater auch ohne Aufschrift erkannt, denn ich war mit meinem Vater Martin Sack 1943 im Theater. Er war bei den Fliegern und kam auf Urlaub nach Hause. Ich hatte gerade Geburtstag und da war der Kinobesuch mein Geschenk – Quaks der Bruchpilot mit Heinz Rühmann – zwei große Freuden – Geschenk und Vati zuhause. Ich bin neun Jahre alt geworden. Es war trotzdem eine traurige Zeit, weil die Vatis ja immer wieder in den Krieg mussten. Glücklicherweise kam er 1948 nach der Gefangenschaft in Frankreich wieder nach Hause. Er war Tischlermeister in Forst und wollte eine eigene Tischlerei in Wartegau, heute Polen in der Nähe von Poznan, eröffnen. Unser Wohnblock ist glücklicherweise stehen geblieben und wir konnten wieder einziehen. Aber er konnte in Forst als Tischler und Ausbilder arbeiten. Ich habe heute noch ein kleines Nähtischchen von meinem Vater.“
Klaus-Peter Rischbeck schreibt: „Die hinteren drei Häuser gehören zur Thumstraße. Rechts das große Gebäude war ein Kino, auch Theater genannt. Es brannte in den Kriegshandlungen aus. Gegenüber des Kinos befand sich eine Grünanlage mit dem Ehrenmal der Roten Armee. Das Ehrenmal ist später zum Kreuzberg, Zentralen Friedhof, versetzt worden.
Im Haus links unten haben meine Eltern gewohnt. Ich hatte unter dem Dach eine Stube mit Toilette auf halber Treppe. Ich war sehr stolz auf meine Stube. Vorher hatten wir ein Haus weiter auf dem Hinterhof gewohnt. Das Haus brannte aus und wir sind dann dort eingezogen. Früher war das Rademachers Büro. Vor dem dritten Fenster von links stand die Laterne. Die schien in unsere Küche. Bei Stromabschaltungen schien die Laterne ins Zimmer, da wurden die Gardinen zur Seite geschoben. So haben wir die Kerzen gespart. Wir Kinder hatten in den Ruinen Verstecke gespielt, auf dem Platz wurde gekreiselt. Fußball konnten wir nicht spielen. Wir hatten keinen Ball. Später nähte uns meine Mutter einen Lumpenball. So was wird heute keiner mehr kennen. Heute ist das gesamte Areal überbaut, nichts ist mehr da. Es ist eine Grünanlage.“
Thomas Methe schreibt: „Das Apollo-Theater wurde 1908/1909 als Kino erbaut und war das erste Kino der Stadt“.