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Forst: Seufzersteg

Bilder aus dem alten Forst (Lausitz) | Von | 8. September 2007

damals070915_foViele Erinnerungen haben die Zuschriften der Forster bewiesen. Als Seufzerbrücke oder Seufzersteg ist das Motiv noch in vielen Köpfen bekannt, obwohl seit nunmehr 62 Jahren der „Namensgeber“, das Finanzamt, nicht mehr existiert.
20er-Jahre-Baukunst
Stammleser Wolfgang Schenk: „Dieses Rätselbild zeigt die Seufzerbrücke, den Steg, der die Altstadt Forst über die Sorauer Straße bis hinüber zum Friedrich-Ebert-Platz in Forst-Berge verbindet und direkt auf das Finanzamt zeigte. 1923 wurde der Betonsteg mit einer Breite von 2,5 Metern für Fußgänger erbaut, damit wurde neben der Langen Brücke eine kurze Verbindung nach Berge hergestellt. Die Straße auf dem Neißedamm hieß Heinrich-Heine-Damm. 1927 entstand dann noch die Hängebrücke in Eisenkonstruktion mit drei Metern Breite. Diese lag in Höhe Stadtpark und Schützenhaus und führte zur Grünstraße/Breite Straße.
Thomas Methe ergänzt: „Mit Augenzwinkern wurde die Brücke Seufzersteg genannt. An dessen Ende am Friedrich-Ebert-Platz in Berge wurden in den Jahren 1926 bis 1927 nach den Entwürfen des Forster Stadtbaurates Dr. Rudolf Kühn sieben moderne Wohnhäuser mit 70 Wohnungen in einer städtebaulich interessanten Baugruppe mit dem neuen Finanzamt in der Mitte errichtet.
Die auf dem Rätselbild abgebildeten Häuser gibt es jetzt nicht mehr, auch der Seufzersteg ist nicht mehr da, es stehen nur noch zwei kaputte Hälften.“Elfriede Bonkatz hat uns auf einer Karte mitgeteilt: „Es wurde einmal geplant, den Steg wieder herzurichten. Doch leider ist der Plan ins Wasser gefallen und es bleiben noch die Stummel auf beiden Seiten, sie werden wohl noch ewig bleiben. Da entrinnt auch mir ein Seufzer.“
Mit einem Seufzen
„Mit meiner Mutter und den Großeltern unternahmen wir zahlreiche Spaziergänge von der Pförtner Straße über die Hängebrücke zum Stadtpark oder zum ‘Anker’ zum Plinzeessen. Unser Weg führte über dieSeufzerbrücke wieder nach Hause“, so Wolfgang Schenk.
Erhard Graf hat uns eine schöne Postkarte mit Forster Ausflugszielen geschickt: „Weil man sein Geld mit einem Seufzer über den Steg zum Finanzamt trug, entstand der Name.“
Durch einen Anruf erreichte uns Hans Nooke: „Am 1. April 1941 trat ich im Finanzamt meine Ausbildung an. Da wir von 8 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr arbeiteten, überquerte ich den Steg viermal am Tag“. Am Samstag waren es für unseren Leser nur zweimal, weil nur am Vormittag gearbeitet wurde. „Damals fingen noch elf Jungen an: Drei aus Forst, sieben aus Sorau. Am 1. April 1945 wurde ich, mittlerweile im Arbeitsdienst, noch zum Steuerinspektor ernannt – da sieht man, wie in der Verwaltung noch gearbeitet wurde!“, erzählt Hans Nooke. Im Amt war er zuständig, von Forster Unternehmen die Steuern einzutreiben. „Die haben nicht immer fleißig bezahlt.
Wir hatten oft Kontakt zu den sieben Kreditinstituten, die es damals in Forst gab. Einmal finanzierten die Gewerbetreibenden der Stadt einen Leierkastenmann. Er musste den halben Tag vor dem Gebäude spielen. Und zwar – ‘Gold und Silber hätt’ ich gern!’“



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