Forst: Was soll dann da hin? Ein Dorfteich?

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Ein seltener Fall für Lausitzer Städte: Die Forster Kirche stand stolz und erhaben mitten auf dem Markt

Forster wünschen sich eine städtische Mitte / Wenige Erinnerungen blieben:
Gerhard Schuhmann, ein Cottbuser Forst-Leser, war begeistert: „Welch ein klares Stadtbild! Die Kirche stolz und erhaben auf dem Markt. Ich glaube das ist – zumindest in der Lausitz – einmalig.“
Die Forster wissen natürlich den Grund. Brühl und sein Baumeister Johann Christoph Knöffel konnten die Stadt nach dem Großbrand von 1748 nicht nur per Generalplan neu entwerfen, sondern auch bauen lassen. Leider haben die Brühls und ein Knöffel 1945 nicht wieder helfen können. Und einen Generalplan gibt es offenbar fast 70 Jahre nach den letzten Brand noch immer nicht.
„Dies habe ich nur mit ausgebrannten Häusern gekannt“, schreibt uns Joachim Prenzler (Jg. 1937) aus der Spremberger Straße.“Ich bin geboren auf der Eigenen Scholle an der Malxe. Forst war ein schönes Städtchen mit Kaufhäusern und Gaststätten. Geht man jetzt durch Forst, kommt einem das Grausen. Wohnungen sind leer, und was gemacht wird, kann keiner verstehen. Jetzt werden die Blöcke hinter der Kirche abgerissen. Was soll dann da hin? Ein Dorfteich!? Mein Vorschlag wäre, den Platz um die Kirche zu gestalten wie früher. So denken auch  andere Bürger.“
Thomas Methe vom Grabenweg weiß von den Geschäften rund um die Kirche: „An der Südseite Café Schwabe und Tuchhandlung Noack, nördlich Hotel Pittius und Hotel Mohr sowie die Einmündung Mühlenstraße. Vor den Hotels befand sich das Kaufhaus Loewenstein.“
Bernd Beyer meint: „Sicher wäre manche Gebäude-Kopie schön. Doch es geht um Kosten und Bedarf. Vieles steht leer. Andererseits braucht die Stadt ein Zentrum. Nun soll in Markt-Nähe ein Altenpflegeheim entstehen. Von der Sache her begrüßenswert, doch schreckt mich das Bild eher ab. Warum keine historische Fassade? Cottbus hat es uns vorgemacht: Am Altmarkt stehen die alten Fassaden, dahinter sind moderne Neubauten. Das wäre doch ein Kompromiss!“
Mit Bild 003 bedanken wir uns heute bei dem Cottbuser Leser Herrn Schuhmann.