Das ehemalige Junkerschloss in Klinge weckt viele Erinnerungen

Ekkehard Freihöfer schreibt: „Bei dem veröffentlichten Foto handelt es sich um das nach einem Brand, im Jahre 1896 neu errichtete ,ehemalige Junkerschloss als Sitz des Gutes in Klinge, welches in den Jahren seines Bestehens mehrere Besitzer hatte und auf verschiedene Art und Weise genutzt wurde. Der Gutsbesitzer Ackermann verkaufte es vor dem Ersten Weltkrieg an einen Herrn von Treskow. Im Jahre 1918 erwarb das dazu gehörige Gut ein gewisser Oskar Coester. Aufgrund einer Verschuldung erwarb der Gutsbesitzer Buder im Rahmen einer Versteigerung das Anwesen. Im Jahre 1940 gehörte das Schloss einem gewissen Brandt, der es der SS als Schulungsstätte zur Verfügung stellte. 1943 wurde der Berliner Weingroßhändler Otto Kölsch Eigentümer des Schlosses. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Schloß einer besseren Nutzung zugeführt. So wurde es während der Sommerferien als Ferienlager genutzt. Ab dem 1.April 1953 wurden hier Schüler unterrichtet. Ich selbst war von 1954 bis 1955 Schüler in der 8. Klasse. Nach meiner Ausbildung als Unterstufenlehrer unterrichtete ich ab 1959 zuerst Schüler in der Klassenkombination 2 und 3 in Gosda I als Teil der neuen Zentralschule Klinge. Nach meiner Zugehörigkeit zur NVA von 1961 bis 1964 war ich dann in den Klassen 5 bis 8 tätig. Mitte der 60-er Jahre wurde das Schloss modernisiert.“
Ronald Scheppan erinnert sich an seine Schulzeit: Ich bin mir sicher, dass es sich um das ehemalige Schloss der „Raubritter”, und der späteren Schule handelt. Im Zimmer hinter dem 1. unteren Fenster von links, verbrachte ich als ehemaliger Klinger meine Schulzeit von der 4. bis 8. Klasse.
Darüber befanden sich die Lehrer und das Direktorenzimmer. Unten rechts davon, das große Fenster war damals das Bio-Geographie-Physik-Sport-Kabinett. Also der Abstellraum für alle nur gelegentlich benötigten Schulgerätschaften. Im Übrigen ein wunderschönes Objekt, eingebettet in einen Park von Eichen- und Kastanienbäumen. Der Sportplatz lag ein einem kleinen Teich umrandet von uralten Eichen. Unvergesslich und unwiederbringlich.“
Karin Przysiecki verbrachte hier einst ihre Ferien: „Das Bild zeigt das Klinger Schloss. Als Kind war ich dort im Ferienlager. Das war 1953 oder 54. Wir haben wunderbare Tage verlebt, draußen gegessen und Wochenende ein Programm für unsere Eltern gestaltet. Alles wurde von den Forster Tuchfabriken organisiert, wo meine Mutter arbeitete. Die Tuchfabriken hatten sich jedes Jahr andere Orte für Ferienlager gesucht. Dort war auch ein Badesee, wo wir baden durften. Es war wunderbar. Es gab gut zu essen, sogar Tee und Gebäck am Nachmittag. Das Jahr davor waren wir im Forster ‚Urwald‘, da war es auch schon wunderbar.“
Ute Lorke schreibt: „Das ist die ehemalige Schule in Klinge. Das war früher ein Raubritterschloss und ist nach dem Krieg erst Anfang der 1950er-Jahre als Schule benutzt worden. Vorher gab es ein Schulhaus, das danach als Gemeindehaus genutzt wurde. Wir sind durch das
Raubrittertor zur Schule gegangen. Das war im Winter wegen der Figuren oft gruselig. Die Figuren vom dem Tor wurde nach einem Autounfall original nachgebaut und in den Ostdeutschen Rosengarten umgesetzt. Nachdem Klinge abgebaggert wurde, regten ehemalige Klinger an, die Figuren an den Erinnerungsort umzusetzen, was auch geschah.
Von der Schule aus soll es einen unterirdischen Gang zur Kirche gegeben haben. Der Eingang soll sich unter der herrlichen Freitreppe befunden haben. Aber der Eingang wurde aus Sicherheitsgründen zugemauert. Das Schloss wurde Mitte bis Ende der 60er Jahre abgeputzt. Auf dem Bild sieht man noch die Zinnen, die wurden dabei entfernt. Die ersten zwei Schuljahre wurden in Gosda I unterrichtet, die 3. bis 8. Klasse in Klinge. Es war die Polytechnische Zentraloberschule Klinge – ein gewaltiger Name für eine Dorfschule, sicher weil auch Kinder von Dubrau und Gosda hierher kamen. Auch die Kinder aus dem Kinderheim Klinge wurden hier unterrichtet. War eine schöne Zeit. Wenn das Bild in der Cottbuser Ausgabe erscheinen würde, würden sich sicher viele ehemalige Klinger melden. Weil viele nach Cottbus zogen. Wir mussten zwischen 1977 bis 81 den Ort verlassen. Ich durfte 1979 noch einmal in den Ort und mir eine Schultafel aussuchen. Aber es war schlimm, wie man dort hauste und mit dem Ort umging. Die Tafel habe ich heute noch. Meine Enkelkinder werden bald darauf malen.“







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