Bitte aktiviere / Please enable JavaScript![ ? ]
Guben: Apotheke Meyer und Sohn - Märkischer Bote Guben: Apotheke Meyer und Sohn Guben: Apotheke Meyer und SohnMärkischer Bote
Dienstag, 9. August 2022 - 04:34 Uhr | Anmelden
  • Facebook

header-logo

Überwiegend klar
12°C
 
epaper
Anzeigen

Guben: Apotheke Meyer und Sohn

Bilder aus der alten Neißestadt Guben | Von | 8. März 2008

damals080315_gu

Apotheke Meyer und Sohn, Herrenstraße Ecke Salzmarktstraße

Diesmal haben uns wieder einige Leser ihre Erinnerungen mitgeteilt – gar nicht einfach bei Gebäuden, die im heutigen Gubin stehen bzw. standen. Das Rätselbild hatten wir stark vergrößert, so dass der Giebel nicht zu sehen war. In dieser Auflösung ist es aber vollständig zu sehen.
Werner Koschack schreibt uns: „Dieses schöne Giebelhaus mit der Stadtapotheke von 1620 stand in der Herrenstraße 10. Auf dem langgezogenen Schild an der Fassade stand geschrieben ‘Apotheke von Meyer und Sohn’, zu späterer Zeit ‘Meyersche Stadt-Apotheke’. Um 1900 geführt von Apotheker Bolduan, danach Richard Martin, der auch mit seiner Ehefrau Erna Eigentümer des Hauses war. 1930 verstarb Richard Martin. Die Apotheke übernahm dann Dr. Hans Martin, eventuell sein Sohn(?). Von 1936 bis 1945 leitete Walter Wischkony die Stadtapotheke als Pächter. Das Haus wurde 1945 kurz vor Kriegsschluss zerstört.“
Dietrich Kühn schickte uns eine Postkarte: „Zur Geschichte des Hauses: 1587 war ein Martin Gottwald in Guben nachweisbar. Die Meyersche Stadtapotheke in der Herren-/Ecke Salzmarksstraße (heute Gubin) ist eine vermutlich seit dem 17. Jahrundert privilegierte Apotheke gegründet. Weitere Apotheken waren die Adler-Apotheke, die zweitälteste in Guben, die aber zerstört ist, und die Schwan-Apotheke in der Bahnhofstraße. Sie wurde durch den Bevölkerungszuwachs in der Stadt notwendig und am 26. Februar 1894 von Ludwig Reinhard aus Greifswald gegründet. Darüber hinaus gab es noch die Löwen-Apotheke von 1908, die 1945 zerstört wurde. Und Herr Walter Wischkony war damals der Leiter der Kreisapotheke bis zu seinem Ruhestand 1991.“ Reiner Ladewig ergänzt: „Die Wischkonys hatten ein Haus in der Eichholzstraße, unweit des Hauses meiner Großeltern, wo meine Mutter aufwuchs. Sie hat fast täglich als Verkäuferin-Lehrling im Sport- und Lederwarenhaus Seeling das Gebäude passiert, um Pakete (Ware) aus dem ein Stück dahinter gelegenen Postamt am Markt abzuholen.
Zwischen der Apotheke und dem Postamt lagen nach ihrer Erinnerung unter anderem das Delikatessen- und Fischgeschäft Michaelis und das Konfektionsgeschäft des Juden Meyer, welches infolge des geschürten Judenhasses 1938 verwüstet wurde.“
Nur der Vollständigkeit halber soll an dieser Stelle eine weitere Persönlichkeit des Apothekenwesens in Guben erwähnt werden: Alexander Tschirch, nach dem die noch heute aktive Apotheke in der K.-Marx-Straße benannt wurde, hatte selbst recht wenig mit Guben zu tun, aber seine Wurzeln stecken hier im Sande: „Sein Vater Adolf Tschirch war evangelischer Pfarrer an der Gubener Hauptkirche“, berichtet der Gubener Heimatkalender von 1964, in dem dem hochgeachteten Wissenschaftler Alexander Tschirch ein ausführlicher Artikel gewidmet wurde. „Alexanders Mutter Marie (1827-1906)“, heißt es hier weiter, „war die Tochter von W. Sausse (1796-1866), der Prorektor am Gubener Gymnasium war… Sein ganzes Leben lang hing Alexander mit inniger Liebe und Verehrung an seiner Mutter.“ Demzufolge ist es sehr wahrscheinlich, dass Alexander Tschirch seinen Heimat-ort nie vergaß und sicher hin und wieder hier auftauchte.



Anzeige

Kommentar schreiben

Kommentar


Das könnte Sie auch interessieren: