Gasanstalt versorgte seit 1857 / Gebäude werden heute noch genutzt / Eichamt gehörte zur Gasanstalt
Viele Gubener haben das „Damals-war’s“-Motiv in unserer letzten Ausgabe erkannt. Doch als Schwierigkeit stellten sich die Gebäude im Hintergrund heraus.
Rainer Mrutzek schreibt in seiner Mail: „Im Bilderrätsel ist der Firmensitz der Gasanstalt in der Gasstraße abgebildet. Die Gasanstalt wurde 1857 in Betrieb genommen. 1892/1893 wurde sie erweitert, und das Fassungsvermögen der Behälter betrug 1910 1?014?000 Kubikmeter. Zu den angrenzenden Gebäuden zu dieser Zeit kann ich leider nichts sagen.
Mitte der fünfziger Jahre stand das kleine Haus nicht mehr, dafür war an dieser Stelle das damalige Standesamt, daneben ein Konsum-Lebensmittelladen, und auf dem Hof des großen Hauses war der Firmensitz der Spedition Wilke. Gegenüber der Gasanstalt war die Wilke-Hutfabrik, die heutige Stadtverwaltung Guben.“
Bärbel Koschack erzählte am Telefon: „Das Rätselfoto zeigt das Verwaltungsgebäude der Gubener Gasanstalt in der Gasstraße Nummer 1. Karl Sturm, der Direktor der Anstalt wohnte auch in diesem Haus. Das Foto stammt aus dem Jahre 1916. Die Gasanstalt produzierte schon im Jahre 1910 Gas für Beleuchtung, Küchenherde und Heizungen. Aus der Zeit der Anfänge stammt auch dieses Haus. Es ist also jetzt 150 Jahre alt.
Zu den kleineren Gebäuden kann ich zu dieser Zeit nichts sagen. Später war nach dem Neubau des Hauses Nummer 12 das Eichamt darin, es gehörte zur Gasanstalt. Der Eichamtsvorsteher wohnte ebenfalls darin. Nummer 12 beherbergte zu DDR-Zeiten auch das Standesamt und die Stadtwirtschaft. Beide Häuser gehören heute zur EVG.“
Dorothea Zegelin kann doch etwas zu den kleinen Häuschen berichten: „Man sieht die Gasstraße 11, das frühere Gaswerk, die heutige EVG. Im Gaswerk hat mal mein Großvater gearbeitet. Das Bild stammt vor dem Jahr 1928, denn dann ist daneben Nummer 12, das Eichamt, etabliert. In den 50er Jahren war dort das Standesamt, wo ich vor 50 Jahren mein Ja-Wort bei der Hochzeit gab. Bis zur Wende war hier die Geschäftsstelle der GST, der Gesellschaft für Sport und Technik in der DDR, zu finden. Mein Mann war dort der Leiter. Daneben, die Nummer 13, gehörte vor dem 1. Weltkrieg bis 1945 einem Wilhelm Ulrich, der dort ein Pferdefuhrunternehmen hatte. Er war ein Bruder meines Großvaters. Im selben Haus vorn war ein kleiner Wollladen, den seine Ehefrau betrieb. Nach 1945 war hier der Konsum und anschließend noch weitere Einrichtungen zu finden.“






