Emil Wankes Kolonialwaren mit Likörfabrik
Das Rätselfoto von Gerhard Gubia war offensichtlich eine Harte Nuss. Lösungsversuche gab es mehrere, doch nur Brigitta Schultke mailte uns einige Details zu ihrer Lösung: „Das Bild aus der Kaltenborner Straße ist bei den älteren Gubenern als EWA Haus Wanke bekannt und ist seit über 100 Jahren im Familienbesitz. Die Familie Wanke betrieb in diesem Haus ein Kolonialwarengeschäft, eine Kaffeerösterei, eine Spirituosenfabrik und eine Weingroßhandlung. Nach dem Krieg wurde das Geschäft enteignet und
an die Konsumgenossenschaft übergeben. Danach ging das Ladenlokal an die HO Guben über. Von der HO wurde dann in diesem Geschäft der erste Selbstbedienungsladen in Guben eröffnet. Nach weiteren Jahren wurde dieser in ein Reformgeschäft umgebaut.“
Andreas Jähnel löst am Telefon: Es ist das Haus von Emil Wanke, der im Erdgeschoss vor dem Krieg ein bekanntes Colonialwarengeschäft betrieb. Auf der Internetseite von Andreas Peter ist die Eröffnung seines EWA-Hauses am 8. November 1926 eingetragen.
Wenn ich mich nicht irre, müsste er auch der Inhaber der einstigen Likörfabrik sein. Jedenfalls besitze ich einen alten Bierdeckel, auf dem er für Wankes ‘Gubener Klostertor’ wirbt mit den Worten ‘Der zartbittere Kräuterlikör – 40 Vol.% – immer ein besonderer Genuss.’ Darunter ist noch der Schriftzug ‘EWA-Haus Emil Wanke Guben’ zu lesen. Der Bierdeckel wurde übrigens im Pappenwerk Groß Schirma/ Sachsen hergestellt. Es gibt noch weitere solcher pappenen Zeitzeugen aus der Likörfabrik, die beispielsweise den ‘Stonsdorfer Kräuterlikör’ oder ‘Wankes Gubener Heimat-Bitter’ preisen.“
Vom Einsender, Gerhard Gunia, erfahren wir noch, dass das Haus 1905 erbaut wurde, was auch am Ziergiebel zu erkennen ist. Das Haus wurde 1924 aufgestockt und um 1960 zum HO-Lebensmittelladen, dem ersten Gubener Selbstbedienungsgeschäft.“






