Viele Leser erlebten das Hochwasser auf unserem „Damals-war’s“-Bild selbst oder bekamen davon berichtet.
Elisabeth Schubert: „Das Bild muss 1928 gemacht worden sein, denn da war ein großes Hochwasser. Ich erinnere mich noch gut daran, denn wir hatten damals schulfrei und mussten immer über die Brücke nach Schenkendorf.“
Werner Koschack datiert das Hochwasser auf dem Bild allerdings zwei Jahre eher: „Im Sommer 1926 wurde Guben von einem außergewöhnlichen Hochwasser heimgesucht. Neiße, Lubst und Oder führten im Juni und Juli derartige Wassermassen, wie das selten bei Hochwasser der Fall ist. Der Umstand, dass die Fluten in drei Flüssen gleichzeitig ihren höchsten Pegelstand erreichten, lässt uns von einem Jahrhunderthochwasser sprechen. Nur 1897 wurde ebenfalls ein so hoher Pegelstand gemessen. Die in Guben niedrig gelegenen Stadtteile waren unter Wasser: Die Wasserflächen von der Lubststraße und dem Wilhelmsplatz strömten zueinander und die Grüne Wiese und Haagstraße wurden zu Wasserstraßen. Nicht zu vergessen dabei die alte Poststraße, auch die Schützenhausinsel wurde überflutet. Der gesamte Park, einschließlich Burghaus, stand ebenfalls unter Wasser. Beide Neißearme bildeten einen strömenden See. Diese Straßenzüge waren nur noch mit Kähnen befahrbar. Das Rätselbild in der Lubststraße bringt den Beweis. Nach dem Hochwasser wurden die Schäden mit viel Kraft und Fleiß beseitigt. Meine Mutter wohnte in der Haagstraße, sie erzählte oft von diesem Hochwasser, fügte hinzu, bei allem Ernst war es auch ein Spaß für die Kinder (Waschwannenrennen waren immer sehr lustig). 1930 kam das nächste Hochwasser, aber nicht mehr so gewaltig.“
Auch Eberhard Wittchen datiert das Hochwasser auf den „September 1926. Der Fotograf hat seinen Standort an der Straßenecke Pförtner Straße mit dem Blick in östliche Richtung hin zur Lubstbrücke bzw. zum Lubstplatz. Die im Hintergrund erkennbare Baumgruppe befindet sich an der Uferpartie des Flusses Lubst. In der Vergangenheit gab es hier in Guben schwerwiegende Hochwasser der Neiße, wie zum Beispiel im Oktober 1930, 1954, August 1954 und Juli 1997. Im Bild ist rechts das Symbol eines Friseurs (runder Silberteller) erkennbar, der zum Salon Wenzelowsky gehörte.
Als Kind erhielt ich hier nach Ende des zweiten Weltkrieges im Juni 1945 den ersten Haarschnitt in der alten Heimat. Rechtsseitig im Bild befand sich einst die Tuchfabrik Schemel, heute ist es in Gubin die Horrex Kaufhalle.“
Schreibe einen Kommentar