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Guben: Pestalozzi-Straße 1985 – der Eingang zum Festplatz anlässlich der 750-Jahrfeier

Bilder aus der alten Neißestadt Guben | Von | 15. September 2012

damals120915_guMini-Hüte flogen in die Besucher / 750-Jahrfeier erinnert an eigene berufliche Erfolge / Kuriose Schweinerei
Keine schwere Rätselaufgabe war das Foto von Dieter Karpinski, aber es weckte viele Erinnerungen. So erzählte Hans-Hoachim Wagner am Telefon: „Diese Foto entstand im Mai 1985 in der verlängerten Pestalozzi-Straße. Der Turm ist ein Teil eines nachempfundenen historischen Marktes, der am 8. Mai 1985 um 11 Uhr mit ca. 30 Ständen eröffnet wurde. Anlass war der 40. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus und das 750-jährige Stadtjubiläum. An diesen Markt erinnert mich eine besonders lustige Geste eines Fleischers. Beim Kauf seiner Waren wurde immer mal wieder ein Zettel mitgegeben, der eine unzweideutige Skizze und den Text enthielt ‘Das nächste Schwein ist schon in Arbeit’. Die Skizze zeigte ein Schweinpärchen bei der schönsten Sache… An dieses Fest erinnern wir uns immer noch gern. Ein Autogramm von Gojko Mitic, der damals mit dem Pferd ritt, auf dem Festprogramm haben wir gut aufbewahrt wie auch ein gusseisernes Hufeisen mit einer roten Flamme darin und der Umschrift: ‘750 JAHRE STADTRECHT GUBEN’, wobei ich mich bis heute frage, wieso bis auf das ‘d’ alle als Großbuchstaben gestaltet wurden.“
Auch für Walter Bräuer war die Lösung klar. Er erinnert sich: „Betriebe, Handwerker, volkseigene Betriebe… Rund 50 Bilder waren beim Umzug zu sehen. Wir waren mit dem Karosseriewerk auch dabei. Wir hatten einen W50 gezeigt, weil wir die Fahrgestelle mit Koffern aufbauten. Es waren sehr robuste Fahrzeuge, die deshalb in vielen Ländern geschätzt wurden, vor allem für Kurzstrecken waren sie beliebt. Die gingen auch in den Export, vor allem nach Ungarn, aber auch bis nach Mosambique und sogar bis nach China. Die Chinesen haben in Schweizer Franken bezahlt, das waren wertvolle Devisen. Anfangs wurde jedes Fahrzeuggestell zu uns gefahren, später aus Spritspargründen mit der Bahn angeliefert. Wir waren als Betrieb sehr stolz, solche international gefragten Autos zu bauen. In Erfurt war die große Zentralwerkstatt der Deutschen Post, die haben von uns die Aufbauten geholt, die zum Teil auch repariert wurden. Die Spedition Wilke hat die Aufbauten auch nach Erfurt gefahren. 50 bis 60 Aufbauten wurden pro Jahr gefahren. Die L60 mit Schwedischer Co-Produktion kam nicht mehr zu uns.
Es war ein sehr schönes Fest 1985 und vor zwei Jahren, die 775 Jahrfeier, war ebenfalls sehr interessant.“
Und Bärbel Koschack recherchierte: „Am 8. Mai 1985 begann die 750 Jahrfeier um 10 Uhr mit einer Kranzniederlegung zum 40. Jahrestag auf dem Platz der Befreiung, heute Platz des Gedenkes. Bürgermeister Joachim Schmidt eröffnete das Fest. Durch die Modelle zweier Türme der Stadtmauer kam man in das Innere des Marktes. Das Foto zeigt den rechten Turm mit Mauer in Richtung verlängerte Pestalozzistraße. Dort spielte sich das bunte Treiben über etwa zehn Tage ab. Es gab vieles zu kaufen, was man schon lange zuvor vermisst hatte. Es gab extra gebrautes Festbier. Der Werdegang vom Schaf zum Tuch der Gubener Wolle wurde mit der Schur lebendiger Schafe und dem Verspinnen am Spinnrad demonstriert. Auch Tuche und Hüte konnten gekauft werden. Der Apfelwein fehlte ebenfalls nicht. Am 11. Mai begann 14 Uhr der Festumzug mit 85 Bildern, die die Historie und die Entwicklung der Stadt zeigten. Der Hutbetrieb hatte beispielsweise eine Kanone entwickelt, mit der Mini-Hüte, gefüllt mit Bonbons, in die Zuschauermenge geschossen wurden. Die Straßenbahn fuhr ebenfalls durch die Stadt (1904 bis 1938). Eine kleine Lok erinnerte an die Eröffnung der Bahnstrecke Frankfurt-Guben 1846. Im Heimatkalender 1986 sind viele Bilder vom Umzug zu sehen.“



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