
Diesmal haben uns nur wenige Zuschriften erhalten.
Dietrich Kühn schrieb: „An der Crossener Brücke begann die Königsstraße. Hier befand sich auch das Hotel ‘Zum Goldenen Schiffchen’. Der Name erinnert an die Weiße-Schifffahrt, die seit dem Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert hinein eine der wichtigsten Erwerbsquellen der Gubener war. Im ‘Wohnungsanzeiger der Stadt Guben’ aus dem Jahr 1866 findet man 59 Mal die Berufsbezeichnung ‘Schiffer’ und 16 Schifferwitwen werden genannt. Von der Brücke/Kirschmarkt bis zur Mündung der Lubst in die Weiße erstreckte sich der Hafen der Gubener Schifffahrt mit den Anlegestellen der Kähne (Zillen genannt). In der Nähe, an der so genannten Kahnbaustelle, ließen die Gubener Schiffer ihre Lastkähne bauen. Auch war das ‘Schiffchen’ ein Treff einiger Gubener ‘leichten Mädchen’, wie man so von alten Leuten erzählten hörte.“
Bärbel Koschack wusste ebenfalls gut Bescheid. „Das Rätselbild ist das Hotel ‘Zum Goldenen Schiffchen’in der Königsstraße 46/Crossener Brücke genau an der Lubst. Besitzer war zur Zeit der Aufnahme Oskar Brunsch. Dieses Hotel hat eine lange Zeitgeschichte. Der Name ‘Goldenes Schiffchen’ erinnert an die Schifffahrt in Guben im 16. Jahrhundert. Im 8. Jahrhundert wurde das Hotel abgerissen und zur Gründerzeit entstand dieses schöne Bauwerk. Im Jahre 1933 gab es folgenden Slogan: Hotel Goldenes Schiff – Täglich Konzert – Auftreten erster Künstler – Tanz und Kabarett – Hotelzimmer. Kurt Brunsch leitete bis 1945 das Hotel – es war ein Familienunternehmen. Heute steht das Haus nicht mehr.“
Horst Schwitzky erzählte uns am Telefon: „Das Bild ist der Blick con der Crossener Brücke zum Gasthof „Schiffchen“, wie er in Guben von den Leuten genannt wurde. In den 30er und 40er Jahren hatte das „Goldene Schiffchen“ einen leicht anrüchigen Ruf, man munkelte, dass sich hier so einiges Vergnügliche abgespielt hat. Unter der Crossener Brücke habe ich als junger Bursche oft gesessen und geangelt – das sind so meine Erinnerungen beim Betrachten des Bildes.“
Die Neiße hat ihre einstige Bedeutung für die Schifffahrt heute weitestgehend verloren. Im Mittelpunkt steht der hohe Wert für den Natur- und Landschaftsschutz gegenüber einer Freizeitnutzung.
Die Neißeaue ist weitgehend erhalten, vor allem im Guben-Forster Neißetal, sodass sich natürliche Strukturen wie Inseln, Verzweigungen und Kolke entwickeln konnten. Besonders wertvoll und schützenswert sind die Gehölzflächen auf den Inseln zwischen der Neiße und den Mühlgräben.
Das Auenverbundsystem zwischen Oder und Neiße soll erhalten bzw. wiederhergestellt und als Teil eines gemeinsamen Schutzgebietsverbundsystems mit der Republik Polen gesichert werden. Dabei sollen die Regionen links- und rechtsseitig der beiden Flüsse auch für einen grenzüberschreitenden, sanften Tourismus genutzt werden.
Die Gewässerbeschaffenheit der Neiße liegt derzeit in einer kritischen Belastungsstufe. Abwassereinleitungen aus den städtischen Kläranlagen in Guben und Forst bewirken eine
stetige Verschlechterung der Wasserqualität.
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